Eklat: Kirche sagt Sternsinger-Besuch und Segen ab

Trianel-Kraftwerk

LÜNEN Die Auseinandersetzung um das Trianel-Kraftwerk in Lünen hat eine neue Dimension erreicht: Die katholische Kirche sagte am Mittwoch den geplanten Besuch einer Sternsinger-Gruppe auf der Baustelle und die Segnung der Bauarbeiter kurzfristig ab, nachdem Kraftwerksgegner massiven Druck ausgeübt hatten. Die Trianel-Verantwortlichen zeigten sich entsetzt.

von Von Peter Fiedler

, 06.01.2010, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zur Absage am Mittwochmorgen liefen die Vorbereitungen scheinbar reibungslos. Pfarrer Bronstert persönlich sah auch keine Probleme: „Wir haben gleich zugesagt, wir hatten eigentlich Gutes tun wollen“, sagte er. Doch dann brach die Welle des Protests über ihn herein.

Einer jener, die intervenierten, war Dr. Matthias Laarmann, engagierter katholischer Christ u.a. im Verwaltungsausschuss der neuen Großgemeinde St. Marien und erklärter Kraftwerksgegner. „Die katholische Kirche hält traditionsgemäß Neutralität ein“, sagte Laarmann. Es sei wichtig, diesen Anspruch zu wahren. Pfarrer Bronstert habe deshalb richtig entschieden. Die Absage bedeute aber keineswegs, dass sich die katholische Kirche damit auf die Seite der Kraftwerks-Kritiker schlage.

Der Anlass für den von Trianel erbetenen Sternsingerbesuch war ein technischer: Vor zahlreichen Ehrengästen begann offiziell der Bau des Gerüstes für den 8000 Tonnen schweren Kraftwerkskessel.

Ende 2012 soll das umstrittene Kraftwerk, das von Umweltschützern durch Klagen zu Fall werden soll, ans Netz gehen. Finanziell wie zeitlich liege die 1,4 Milliarden-Investition im Plan, betonte Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung. 

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