Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Lünen braucht mehr Raum. Sowohl innen als auch außen. © Foto: Goldstein (A)
Schulentwicklung

Enge am Lüner Stein-Gymnasium: So viel Fläche sollte jeder Schüler haben

Am Stein-Gymnasium ist es eng, auch auf dem Schulhof. Und es wird enger, wenn der G9-Jahrgang in fünf Jahren kommt. Wie viel Schulhoffläche ein Schüler braucht, ist genau vorgeschrieben.

Lünens Traditions-Gymnasium, das den Namen des preußischen Staatsreformers Freiherr-vom-Stein trägt, blickt auf 114 Jahre Schulgeschichte zurück. 1931 zog es in das architektonisch herausragende Gebäude an der Friedenstraße. Zu dem denkmalgeschützten Bauensemble gehört die Direktorenvilla mit elf Zimmern auf 320 Quadratmetern. Sie war einst für den Schulleiter gebaut worden. Heute steht das herrschaftliche Gebäude leer, umgeben von 800 Quadratmetern Garten.

832 Schülerinnen und Schüler besuchen inzwischen das Gymnasium. Auf dem Schulhof bleibt wenig Platz. Zwei Erweiterungsbauten haben ihn eingeschränkt. Es fehlt an Ausweich- und Differenzierungsräumen, aber auch an Außenfläche. Das Gymnasium steckt in einem Dilemma: Es ist eingeengt. Ringsherum stehen Wohnhäuser in Top-Lage mit City-Nähe.

Die Direktorenvilla am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist die einzige Erweiterungsmöglichkeit, die der Schule bleibt. Sie soll verkauft und ein Teil des Gartens Schulhoffläche werden.
Die Direktorenvilla am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist die einzige Erweiterungsmöglichkeit, die der Schule bleibt. Sie soll verkauft und ein Teil des Gartens Schulhoffläche werden. © Goldstein © Goldstein

Garten der Villa soll Schulhof werden

Es gibt nur noch eine Chance der Erweiterung: die Direktorenvilla. Der Schulausschuss allerdings befürwortet deren Verkauf. Ein Teil des Gartens soll abgezweigt und als Schulhof genutzt werden. Die Räume seien nicht schultauglich, heißt es. Man könne hingegen den im Bau befindlichen Erweiterungsbau bei Bedarf weiter aufstocken. Das würde drei neue Klassenräume bedeuten, wie die Pressestelle der Stadt Lünen auf Anfrage der Redaktion mitteilt.

Wie viel Platz Schülerinnen und Schülern auf einem Schulhof zusteht, ist gesetzlich geregelt. Danach müssen fünf Quadratmeter pro Kind vorhanden sein. Der Schulhof am Stein-Gymnasium ist laut Pressestelle der Stadt Lünen aktuell mit dem geplanten Neubau 5320 Quadratmeter groß. Bei 832 Schülerinnen und Schülern sind das 6,39 Quadratmeter pro Kind. Die Zahl liegt über der Mindestanforderung. Allerdings wird es in fünf Jahren enger: Mit der Umstellung auf G9 kommt eine komplette Jahrgangsstufe dazu.

Aufteilung des Gartens wird untersucht

Wie groß im Vergleich die Schulhoffläche des 639 Schülerinnen und Schüler zählenden Gymnasiums Altlünen ist, konnte die Pressestelle der Stadt Lünen nicht sagen. Als einzelne Position sei diese nicht erfasst, wohl aber die des kompletten Schulzentrums. Sie liegt bei 16.940 Quadratmetern. Eine Zahl, die sich für den direkten Vergleich der beiden Gymnasien aber nicht eignet.

Zurzeit untersuche die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL), wie das Grundstück der Direktorenvilla unterteilt werden könne. „Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Gartengrundstück für die Direktorenvilla attraktiv für einen möglichen Käufer bleibt. Gleichzeitig soll ein möglichst großes Teilstück dem Schulhof zugeschlagen werden“, so der stellvertretende Pressesprecher Alexander Dziedeck.

Ein Ergebnis liege noch nicht vor. Das werde zeitnah den politischen Gremien vorgelegt. Kaufinteressenten gebe es aktuell noch nicht. Der Vermarktungsprozess werde erst nach der Entscheidung über die Aufteilung gestartet.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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