Entscheidung zu Flüchtlingsunterkunft vertagt

Borker Straße in Lünen

Wohnen bald Flüchtlinge in der alten Feuerwache an der Borker Straße in Lünen? Die Entscheidung dieser Frage ist von der Politik am Donnerstagabend vertagt worden. Zuvor war sie im nicht-öffentlichen Teil der Ausschusssitzung sehr kontrovers diskutiert worden.

LÜNEN

, 17.04.2015, 11:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieses Gebäude soll demnächst zur Flüchtlingsunterkunft umgestaltet werden: die ehemalige Feuerwache an der Borker Straße.

Dieses Gebäude soll demnächst zur Flüchtlingsunterkunft umgestaltet werden: die ehemalige Feuerwache an der Borker Straße.

Der Ausgang der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss sei offen gewesen, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion am Freitag bei der Stadt. In der kommenden Woche würden sich Politiker mit der Verwaltung zu einem weiteren Gespräch treffen.

Zeltlager sollen vermieden werden

Dabei sollen dem Vernehmen nach auch „andere Alternativen“ geprüft werden, sagte Stadtsprecherin Simone Kötter. Um was für Alternativen es sich handelt, sagte Kötter nicht. Die Stadtsprecherin wagte auch keine Prognose, ob die Standortsuche in der der Ratssitzung am Donnerstag (23.) beendet wird: „Dazu kann ich wirklich nichts sagen.“ Die Sitzung wird ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten.

Fest steht hingegen, dass die Kapazitäten der vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte erschöpft sind. Weil die Stadt nach eigenen Angaben auf jeden Fall vermeiden will, künftig Zeltlager aufbauen zu müssen, besteht dringender Handlungsbedarf. Wie mehrfach berichtet, rechnete die Stadt für dieses Jahr mit 220 Neuankömmlingen. Mittlerweile geht sie angesichts steigender Flüchtlingszahlen von über 300 aus. Allein im ersten Quartal 2015 waren es 90. 

Feuerwehr steht seit 2012 leer

Mitte der Woche hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass die frühere Feuerwache an der Borker Straße die vierte Gemeinschaftsunterkunft in Lünen werden soll. Das Gebäude steht seit Mitte 2012 leer. Damals zog die Feuerwehr in ihre neu gebaute Hauptwache an der Kupferstraße um. Die ehemalige Wache Borker Straße gehört der Firma Milk & Beermann. Sie hatte die Immobilie schon 2011 gekauft – das Gelände sollte Erweiterungsfläche für den benachbarten Schlachthof von Milk & Beermann sein.

Doch dann schlug das Schicksal grausam zu: Am 19. September 2011 brannten große Teile des Schlachthofes nieder. An eine Erweiterung war nicht mehr zu denken. Der Schlachthof stellte seinen Betrieb ein. Seitdem liegt die Fläche brach. Was dort in Zukunft geschieht, sei derzeit völlig offen, erklärte Heinrich Milk, Geschäftsführer von Milk & Beermann.

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