„Er ist ein böser Mensch“: Ex-Partnerin belastet den Angeklagten

rnVergewaltigung in Oberaden

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Schülerin (15) in Oberaden hat die Ex-Partnerin des geständigen Sex-Täters ausgesagt – und dabei ganz zum Schluss eine echte „Bombe“ platzen lassen.

Bochum/Oberaden

, 21.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Tag war wahrlich kein guter für den Angeklagten: Mit der Vernehmung einer ehemaligen Partnerin des angeklagten Bergkameners (33) ist am Montag der Prozess um die brutale Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden fortgesetzt worden. Für die Befragung der per Video aus einem Gerichtssaal in Breslau (Polen) zugeschalteten Zeugin (29) war das Dortmunder Landgericht aus technischen Gründen extra an das Landgericht in der Nachbarstadt Bochum umgezogen. Die Ex-Partnerin zeichnete von dem geständigen Sex-Täter das Bild eines aggressiven Gewalttäters – vor dem sie vor acht Jahren sogar Hals über Kopf zurück nach Polen geflüchtet sein will.

Wollte der Angeklagte seine Tochter entführen?

„Ich hatte Angst um unsere Tochter“, erinnerte sich die Zeugin an die letzten Tage der vierjährigen Beziehung im Jahr 2012. „Der Angeklagte hatte mehrmals gedroht, dass er sie entführt.“ Sie habe damals mit ihrer Tochter (heute zehn Jahre) den nächsten verfügbaren Bus nach Polen genommen.

Schon direkt nach der Geburt der gemeinsamen Tochter im Jahr 2010, so die Zeugin weiter, habe der Angeklagte sich massiv verändert gehabt. „Er hat mich sehr oft ohne jeden Grund geschubst oder geschlagen. Einmal sogar so heftig, dass ich ohnmächtig geworden bin“, erinnerte sich die Zeugin.

Zeugin bricht in Tränen aus

Auf Nachfrage, ob die Gewalt des 33-Jährigen früher oder später auch im Liebesleben widergespiegelt habe, brach die Zeugin in Tränen aus. Kurz danach bestätigte sie mit leiser Stimme, dass es auch in diesem Bereich zu massiven Veränderungen gekommen und sie im Schlafzimmer nicht nur einmal vom Angeklagten gegen ihren Willen festgehalten oder gegen die Wand gedrückt worden sei. Das Gesamtzeugnis der „Ex“ über den Angeklagten fiel vernichtend aus: „Er ist ein böser Mensch.“

Sicherungsverwahrung droht

Hintergrund für die Befragung der Ex-Partnerin in Polen war die im Raum stehende Verhängung von Sicherungsverwahrung gegen den Angeklagten. Nachdem dessen aktuelle Partnerin den Bergkamener als ausgeglichen und ruhig beschrieben hatte, wollten sich die Richter ein umfassenderes Bild von dem Angeklagten machen.

Ganz zum Schluss ihrer Befragung meldete sich die Zeugin aus Polen am Montag noch einmal von sich aus zu Wort und berichtete: „Ich weiß noch von zwei weiteren Mädchen, denen der Angeklagte Schlimmes angetan hat.“ Mit „Schlimmes“ sei sexuelle Nötigung gemeint, den Kontakt zu den Frauen könne sie über ihren Anwalt sofort herstellen.

Richter Alexander Donschen ließ daraufhin durchblicken, dass an einer Vernehmung der Frauen wohl gar kein Weg vorbeiführt. Das ursprünglich für den 3. November angedachte Prozessende dürfte sich nun noch weiter nach hinten schieben.

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