Erneute Verzögerung bei Kita-Neubauten: „Situation sehr unschön“

rnElterninitiativen

Zunächst hieß es Mai, dann August, jetzt kann die Kita Kleiner Kreisel ihren Neubau erst Ende Dezember beziehen. Als Grund für die Verzögerung galt erst die Witterung, jetzt ist es Corona.

Nordlünen

, 22.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Eltern haben die Verträge schon unterschrieben: Wenn der Neubau der Elterninitiative „Kleiner Kreisel“ am Gymnasium Altlünen fertig ist, können statt bisher 37 dann 73 Kinder aufgenommen werden.

Eigentlich hatten alle längst damit gerechnet. Doch wohl erst Ende des Jahres wird der Umzug von der Schulstraße auf das Gelände am Gymnasium sein.

Die SL Grundbesitz GmbH & Co. KG (SLG), eine Tochter der Stadtwerke Lünen, errichtet den Neubau. Auf Anfrage teilte Sprecherin Jasmin Teuteberg mit, die laufenden Bauprojekte würden durch die schwierigen Abläufe aufgrund der Corona-Krise behindert.

Das gelte auch für den baugleichen Neubau für die Elterninitiative „Kinderhaus“ am Alten Kirchweg. Hier soll voraussichtlich Ende Oktober der Einzug sein. An diesem Zeitplan werde sich auch der Beginn der Mietverträge mit den Elterninitiativen orientieren, so Teuteberg.

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Zusatzverträge zur Absicherung

Angelina Habbe, Leiterin der Kita „Kleiner Kreisel“, verweist auf Zusatzverträge mit den neuen Eltern, über die man sich abgesichert habe. Aber, „die Eltern müssen ja planen können.“ Vorstandsmitglied Carsten Herrmanns findet die ganze Situation „sehr unschön“.

Zum 1. August sei die Fertigstellung zugesichert worden. Die Informationslage sei schlecht. Man habe kein offizielles Statement seitens der SLG dazu.

2,23 Millionen Euro investiert die SL Grundbesitz in den Neubau am Gymnasium, am Kirchweg sind es 2,3 Millionen Euro. Für verschiedene Arbeiten des Innenausbaus würden die Ausschreibungen vorbereitet, teilt Jasmin Teuteberg mit.

Der Neubau an der Kita "Kinderhaus" am Alten Kirchweg soll voraussichtlich Ende Oktober fertig sein.

Der Neubau an der Kita "Kinderhaus" am Alten Kirchweg soll voraussichtlich Ende Oktober fertig sein. © Quiring-Lategahn

Entspannter kann die Elterninitiative Kinderhaus mit der Situation umgehen. Denn in dem Neubau werden die 70 Kinder in drei Gruppen mit der Außenstelle am St.-Marien-Hospital vereint. „Wir richten keine neue Gruppe ein, wir ziehen nur zusammen“, sagt Vorstandsmitglied Andreas Schroer. Man sei ohnehin davon ausgegangen, dass das Gebäude nach dem Baubeginn im Mai 2019 nicht in einem Jahr fertig würde.

Ein neues Außengelände verspricht Entfaltungsmöglichkeiten für die Kinderhaus-Kinder.

Ein neues Außengelände verspricht Entfaltungsmöglichkeiten für die Kinderhaus-Kinder. © Quiring-Lategahn

Viel Platz zum Austoben

Die Elterninitiative Kinderhaus setzt in ihrem Konzept auf Natur und Nachhaltigkeit. Damit sich Kinder draußen entfalten können, wurden 2600 Quadratmeter von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lünen (WZL) dazu gepachtet. Es ist das ehemalige Gelände der Baumschule Merten. Damit der Boden den Anforderungen an eine Kita entspricht, wurde er komplett ausgetauscht.

An die 200.000 Euro investiert der Verein in die Komplettgestaltung und Sanierung, darunter in eine Erlebniswerkstatt mit Bauwagen, Bobbycar-Rennbahn, Sandkasten mit Außenküche und Bereiche, die wie ein kleines Dorf erscheinen. „Nach unserem Verständnis sollen die Kinder fast immer draußen sein“, sagt Andreas Schroer. Zu der selbst gestalteten Fläche kommen dann nochmal 900 Quadratmeter Außenbereich an dem neuen Kita-Gebäude hinzu.

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