Esprit verlässt Lünen: So geht es in dem Gebäudekomplex in der Fußgängerzone weiter

rnCity-Einzelhandel

Die Lüner Esprit-Filiale in der Fußgängerzone schließt. Schon jetzt ist nur noch wenig Ware im Geschäft. Wir erklären, wie es um die Nachnutzung und um den Rest des Komplexes bestellt ist.

Lünen

, 29.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Mitte Mai ist klar: Die Esprit-Filiale in der Lange Straße schließt, offenbar ist am 22. Juni der letzte Öffnungstag. Das haben Mitarbeiter vor Ort unserer Redaktion bestätigt. Der Betreiber der Filiale, die PTH Grup mit Sitz in Bischofswerda, hat sich bis heute nicht zur Schließung geäußert.

Klar ist aber auch: Der Textilhändler Esprit hat es selbst in Großstädten schwer. Im benachbarten Dortmund schließt die Filiale am Westenhellweg, die die Modemarke noch selbst betreibt. Der Grund dort: Die große Fläche sei „heute nicht mehr für Esprit (und viele andere Marken) geeignet“, wie das Unternehmen mitteilte.

Der zweite große Leerstand in der Fußgängerzone

Nach dem Aus von S.Oliver im oberen Teil der Lange Straße ist das Esprit-Ende der zweite signifikante Leerstand in der Fußgängerzone. Das Ladenlokal von S.Oliver steht mittlerweile seit über einem Jahr leer. Wird so auch das Esprit-Ladenlokal enden?

Esprit verlässt Lünen: So geht es in dem Gebäudekomplex in der Fußgängerzone weiter

"Wir schließen! Alles muss raus!" Die Botschaft im Schaufenster der Lüner Esprit-Filiale ist unübersehbar. © Peter Fiedler

Nicht, wenn es nach Helmut Lührs geht. Lührs ist Geschäftsführer der Hausverwaltung der Lührs-Gruppe in Stade. Das komplette Objekt an der Lange Straße 62 bis 74 „befindet sich im Familienbesitz“, wie Lührs sagt. Neben (noch) Esprit sind dort unter anderem H&M, Deichmann und das Bekleidungsgeschäft mister*lady untergebracht.

Gespräche zur Zukunft des Esprit-Standorts laufen

Es führe schon Gespräche zur Zukunft des jetzigen Esprit-Standorts, sagt Lührs am Telefon: „Wir sind erfreut über die gute Nachfrage. Es hat sich in der Einzelhandelsbranche herumgesprochen, dass dort etwas frei wird.“ Momentan liefen die Verhandlungen. Mit wem? Das will er nicht verraten: „Über ungelegte Eier spricht mach nicht.“

Wie lange es dauern wird, bis ein Nachmieter feststeht, hänge von ebenjenem ab. „Bei internationalen Betrieben kann das lange dauern, weil das von vielen Instanzen abgesegnet werden muss“, sagt Lührs. Bei Mittelständlern hingegen sei das eine Sache weniger Wochen.

Esprit verlässt Lünen: So geht es in dem Gebäudekomplex in der Fußgängerzone weiter

Ein Bild aus Ende 2017 - als s.Oliver noch in der Fußgängerzone vertreten war. © Fabian Paffendorf

Mit der Entwicklung des Gebäudes insgesamt ist Lührs total zufrieden. „Wir haben überhaupt keinen Leerstand, das ist bis zum letzten Quadratmeter - inklusive Bürofläche - vermietet.“ Dass andere Mieter ähnlich wie Esprit in dem Gebäude schließen, glaubt er nicht: „Es sind in keinster Weise Änderungen vorgesehen“, sagt er.

Ähnlich wie Esprit hatte auch S.Oliver in der Vergangenheit eingeräumt, dass es ein Fehler gewesen sei, zu große Ladenlokale anzumieten. Vor diesem Hintergrund schloss die Modemarke bundesweit viele Filialen, darunter im März 2018 auch die Lüner.

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