Ex-Aldi-Gebäude in Lünen wird zum Flüchtlingsheim

Für drei Monate

Um die weiterhin hohe Zahl von nach Lünen zugewiesenen Flüchtlingen unterbringen zu können, wird die Stadt Lünen schon bald eine neue Unterkunft eröffnen: das ehemalige Aldi-Gebäude an der Merschstraße. Die Umbau-Arbeiten laufen schon.

LÜNEN

, 11.01.2016, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Stadt am Montag auf einer Pressekonferenz bekanntgab, sollen ab dem 19. Januar ausschließlich allein reisende Männer dort einziehen, weil die Unterbringung dort für Familien nicht geeignet sei. Nach spätestens drei Monaten wird die Unterkunft wieder geschlossen. Dort sollen vorübergehend zwischen 60 und 70 Menschen leben.

Im vorderen Bereich hinter den Panorama-Scheiben wird ein Aufenthaltsraum entstehen, die Zimmer im Inneren werden durch Trennwände abgeteilt, wie Beate Lötschert, Abteilungsleiterin Wohnen und Soziales, erläutert. Für die Ausrüstung mit Spinden, Betten Stühlen und Tischen wird die Freiwillige Feuerwehr sorgen.

Catering in Unterkunft wohl durch Lüner Firmen

Elektriker sorgen bereits für Innen- und Außenbeleuchtung. Kommende Woche kommen dann Sanitär-Container, weil die Anlagen im Innern nicht für alle ausreichen.

Für das Catering befinde die Stadt sich in Verhandlungen, an denen auch Lüner Firmen beteiligt seien. Unter anderem sorgen Kanne und Stolzenhoff für die Versorgung in anderen Unterkünften.

Die Betreuung der Menschen dort übernimmt die Stadt selbst. Ein Hausmeister und ein Sozialarbeiter werden vor Ort sein, außerdem nachts ein städtischer Mitarbeiter.

Parklatz vor dem Gebäude bleibt gesperrt

Der Parkplatz vor dem Gebäude wird weiterhin gesperrt und überwacht. „Da bitten wir die Lüner um Verständnis“, erklärt Fachdezernent Ludger Trepper.

Die Stadt versuche alles, um für die Unterbringung von Flüchtlingen weiterhin nicht auf Turnhallen zurückgreifen zu müssen, die noch aktiv von Schulen oder Vereinen genutzt werden.  Die wegfallenden Parkplätze seien da das kleinere Übel.

Momentan lebten laut Erstem Beigeordneten Horst Müller-Baß 1363 Flüchtlinge in Lünen. In der vergangenen Woche gab es sieben neue Zuweisungen, in dieser Woche sind 19 angekündigt. „Wir haben die Bezirksregierung gebeten, es für diese Woche dabei zu belassen“, sagt Müller-Baß.

Aldi-Unterkunft bleibt nur für drei Monate

Nach Ablauf der drei Monate soll die Unterkunft auf jeden Fall wieder geschlossen werden, sagt Trepper: „Wir sind optimistisch, bis dahin Alternativen zu haben.“ Die Suche nach neuen Gebäuden laufe ständig im Hintergrund.

Wie sich die Zuweisungszahlen über das Jahr entwickeln werden, kann niemand vorhersehen. Klar ist, dass das Land NRW nach und nach die kleinen in den Kommunen verteilten Notunterkünfte schließen will – und stattdessen auf größere Zentren setzt.

Standorte werden zu regulären Unterkünften

In Lünen handelt es sich dabei um die alte Feuerwache einschließlich DRK-Rettungswache und die Hauptschule Wethmar.  Die Standorte an sich bleiben aber bestehen: „Wir werden die Gebäude dann als reguläre Unterkünfte für zugewiesene Flüchtlinge nutzen“, sagte Trepper. 

Schon in den vergangenen Wochen hatte die Stadt zugewiesene Flüchtlinge in den Notunterkünften untergebracht, die eigentlich nur für neu eingetroffene und nicht registrierte Flüchtlinge gedacht sind.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sah das als Notwendigkeit: „Das wär ja auch nicht erklärbar, wenn das Land freie Plätze hat, wir aber dann Turnhallen belegen müssten. Da konnte das Land gar nicht anders, als das zu dulden.“

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