An der Rundsporthalle gibt es keine Parkplätze für Trainer, Gäste oder Eltern. Der Verein pocht auf eine Lösung - weder Politik noch Verwaltung haben bisher reagiert. Der Ärger im Verein wächst.

Lünen

, 13.09.2018, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Handballtrainer Alexander Rehagel ist sauer: „Ich war schon in ganz Deutschland in verschiedenen Sporthallen, und die Lüner Rundsporthalle ist die einzige, die ich kenne, ohne kostenfreie Parkplätze.“

Fehlende Parkplätze bringen Trainer und Eltern in Lünen auf die Palme

Alex Rehagel ist sauer: Rund um die Rundsporthalle gibt es keine kostenfreien Parkplätze für Trainer und Eltern, die ihre Kinder zum Sport bringen wollen. © Victoria Maiwald

Ursprünglich stand den Vereinen, die in der Rundsporthalle trainieren, ein Parkplatz auf dem Lindenplatz zur Verfügung. „Dieser fiel mit Beginn der Bauarbeiten am neuen Mercedes-Autohaus ersatzlos weg“, sagt Rehagel. Zwar sei die damalige Parkplatzlösung auch nicht ideal gewesen, da der Lindenplatz 850 Meter von der Sporthalle entfernt ist. Aber immerhin gab es eine Möglichkeit, Autos zu parken, um Kinder auszuladen und zur Halle bringen zu können. „Und es gibt auch Gäste aus Dortmund oder anderen Städten, die können nicht mal eben mit Fahrrad kommen“, ergänzt der Trainer.

Ehrenamtliche müssen draufzahlen

Die nächstmögliche (legale) Parkmöglichkeit ist der Parkplatz des Heinz-Hilpert-Theaters. Das Problem: Parken hier kostet Geld. Alexander Rehagel rechnet vor: „Jede halbe Stunde kostet 50 Cent. Eine Trainingseinheit mit Vor- und Nachbereitung dauert 2 bis 2,5 Stunden. Das macht 2 bis 2,50 Euro. Bei bis zu drei Trainingseinheiten somit 7,50 Euro pro Woche oder 30 Euro im Monat. Spiele, die samstags stattfinden sind noch nicht eingerechnet. Bei 10 Trainern bedeutet das eine Mehrbelastung von 300 Euro pro Monat oder 3600 Euro pro Jahr.“

Die Trainer und Betreuer arbeiten ehrenamtlich. Hinzu kommt, dass sie Materialien vom Auto zur Sporthalle transportieren müssen. Auch Eltern die ihre kleinen Kinder zum Sport bringen wollen, müssen sich ein Parkticket ziehen. Einige Kinder sind gerade einmal 5 Jahre alt und können nicht alleine vom Theater-Parkplatz zur Halle laufen.

Fehlende Parkplätze bringen Trainer und Eltern in Lünen auf die Palme

Am Heinz-Hilpert-Theater können Trainer und Gäste der Rundsporthalle parken. Das kostet allerdings. © Victoria Maiwald

„Das ist keine gute Werbung für die Sportstadt Lünen“, sagt der Trainer Rehagel. Er schlägt vor, auf dem Theater-Parkplatz 30 kostenfreie Stellplätze einzurichten, die dem Vereinen vorbehalten sein sollen. „Wir Handballer sind die Hauptnutzer und wären auch bereit, die zur Verfügung gestellte Fläche nach dem Training oder nach Spielen wieder abzuschließen.“

Jusos fordern Parkplätze

So hatte es Rehagel auch der Stadt Lünen vorgeschlagen. Einzige bisherige Antwort: „Es gibt keine Parkplätze.“ Er hat sich auch an CDU und SPD gewandt. Alle wollen sich Gedanken machen und nachfragen. Bisher gab es aber noch keine Rückmeldung.

Auch mit den Jusos war Alexander Rehagel im Kontakt. Die besuchten die Feier zum 70-jährigen Bestehen der Halle und zum 50. Geburtstag des Lüner SV. Die Juso-Vorsitzende Nina Kotissek lobte das Ehrenamt der Trainer. „Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Wenn wir die Wertschätzung des Ehrenamts ernst nehmen, müssen wir etwas dafür tun, dass die Trainerinnen und Trainer nicht auch noch Geld für ihr Ehrenamt mitbringen müssen.“

Um das Ehrenamt der Trainer zu würdigen, fordern die Jusos die Stadt Lünen nun auf, Parkplätze für die Rundsporthalle zur Verfügung zu stellen. Wie Rehagel können sich auch die Jusos einen abgesperrten Parkbereich auf dem Theaterparkplatz vorstellen. In einer Mitteilung heißt es: „Die Jusos werden die Problematik auch in der nächsten Sitzung des SPD-Arbeitskreises für Bildung und Sport thematisieren und hoffen auf schnelle und unkomplizierte Lösungsvorschläge seitens der Verwaltung.“

Eine offizielle Stellungnahme der Stadt liegt bisher nicht vor.

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