Fenstersturz-Prozess: Angeklagter hat Suchtproblem

Eventuelle Zwangs-Therapie

Im Prozess um den dramatischen Fenstersturz einer 23-jährigen Frau in Alstedde droht dem Angeklagten möglicherweise die Unterbringung in einer geschlossenen Entziehungsanstalt. Noch ist unklar, wie die Frau zu Fall kam. Allerdings könnten Drogen dabei eine Rolle gespielt haben.

LÜNEN/ DORTMUND

20.11.2015 / Lesedauer: 2 min
Fenstersturz-Prozess: Angeklagter hat Suchtproblem

In einem Haus in Alstedde stürzte die Frau aus dem Fenster. Der Angeklagte steht unter dem Verdacht des versuchten Mordes.

Psychiater Bernd Roggenwallner berichtete am Freitag vor dem Dortmunder Schwurgericht, dass der 35-Jährige wohl schon seit Jahren mehrere Suchtmittel gleichzeitig einnimmt. Neben Alkohol auch verschiedene Drogen, darunter Chrystal Meth. „Die angegebenen Mengen sind hoch, aber immer noch durchaus glaubhaft“, sagte der Sachverständige den Richtern.

Sollte die Kammer am Ende des Prozesses davon überzeugt sein, dass der Angeklagte aufgrund seiner Drogensucht Straftaten verübt hat, sei eine Zwangs-Therapie sicherlich angezeigt. Diese würde dann etwa zwei Jahre dauern.

Jetzt lesen

Der Angeklagte ist allerdings weiterhin weit davon entfernt, irgendetwas zuzugeben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im April 2014 eine flüchtige Bekannte aus dem Fenster seiner Dachgeschosswohnung gestoßen zu haben – angeblich, weil er verhindern wollte, dass die Frau ihn wegen eines vorangegangenen sexuellen Übergriffs anzeigen könnte. Der Lüner hatte die Frau erst an diesem Abend kennen gelernt. Ein Bekannter hatte sie ihm vorgestellt.

Kein Urteil vor dem 7. Dezember

Ob die 23-Jährige tatsächlich gestoßen wurde oder aus Angst vor dem Mann von selbst sprang oder aber möglicherweise im Drogenrausch das Gleichgewicht verlor, ist weiterhin unklar. Unmittelbar nach dem Aufprall, bei dem sie sich mehrere Rippen gebrochen hatte, hatte sie einer Fußgängerin gesagt, sie sei gesprungen.

Später bei der Polizei hieß es dann, der Angeklagte habe ihre Füße gepackt und sie in die Tiefe gestoßen. Dabei blieb die Zeugin auch in ihrer Aussage vor Gericht. Mit einem Urteil ist nicht vor dem 7. Dezember zu rechnen. 

Lesen Sie jetzt