Feuerwehr probte Ernstfall im Lüner Krankenhaus

Fotos von schwieriger Übung

Was würde passieren, wenn es in einem Arztzimmer im Lüner St.-Marien-Hospital brennen würde? Wenn sich Rauch ausbreiten würde, wenn dort auch Patienten, Ärzte, Schwestern und Pfleger gerettet werden müssten? Das war der Inhalt einer Übung am Freitagabend. Wir zeigen Fotos und schildern die Situation für die Feuerwehrleute.

LÜNEN

, 11.09.2016, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die eintreffenden Einsatzkräfte verschaffen sich einen Überblick.

Die eintreffenden Einsatzkräfte verschaffen sich einen Überblick.

Dramatisches Szenario im St.-Marien-Hospital, aber zum Glück nur eine knifflige Großübung. Es brennt in einem Arztzimmer, Rauch breitet sich rasend schnell aus. 14 Menschen „kämpften“ am Freitagabend auf der Station A 8 um ihr Leben. Die Übung lief unter realistischen Bedingungen und hat drei Löschzüge sowie den Leitenden Notarzt des Kreises Unna gefordert. 

Dr. Arne Krüger, Oberarzt der Anästhesie und Leiter der Zentralen Notaufnahme des Klinikums, hatte Bereitschaftsdienst und behielt einen kühlen Kopf. Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Lünen-Mitte, Nordlünen-Alstedde und Wethmar waren mit 65 Kräften und neun Fahrzeugen angerückt. Jörg Möllmann, Löschzugführer aus Nordlünen-Alstedde, verschaffte sich als Einsatzleiter einen Überblick und meinte mit Blick auf den Ernst der Lage: „Ich habe Puls.“

FOTOSTRECKE
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Übung der Lüner Feuerwehr im St.-Marien-Hospital

Ein ungewöhnlicher und harter Einsatz für die Lüner Feuerwehr ist das gewesen: eine Übung im St.-Marien-Hospital. Die Feuerwehrleute mussten nicht nur den Brand bekämpfen, sondern auch Krankenhaus-Mitarbeitern helfen und Patienten evakuieren.
11.09.2016
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Drei Löschzüge waren bei der Übung im St.-Marien-Hospital im Einsatz.© Foto: Beuckelmann
Jörg Möllmann (l.), Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Nordlünen-Alstedde, traf als Einsatzleiter zuerst ein und verschaffte sich einen Überblick.© Foto: Beuckelmann
Um sich einen Überblick zu verschaffen, wurde der Melderplan studiert.© Foto: Beuckelmann
Kurze Lagebesprechung, dann ging es hinauf auf Station A8. Diese wurde für die Großübung leergeräumt.© Foto: Beuckelmann
65 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lünen waren bei der Großübung im Einsatz und "löschten" den Brand auf Station A8.© Foto: Beuckelmann
Drei Pflegekräfte lagen "bewusstlos" am Boden und mussten aus dem verrauchten Krankenhausflur gerettet werden.© Foto: Beuckelmann
65 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lünen waren bei der Großübung im Einsatz und "löschten" den Brand auf Station A8.© Foto: Beuckelmann
Vom "verrauchten" Krankenhausflur gingen die Einsatzkräte in jedes Zimmer, um Patienten zu retten.© Foto: Beuckelmann
Drei "reanimationsbedürftige Patienten" wurden aus dem verrauchten Krankenhausflur gerettet.© Foto: Beuckelmann
Drei "reanimationsbedürftige Patienten" wurden aus dem verrauchten Krankenhausflur gerettet.© Foto: Beuckelmann
Alle packten beherzt an bei der Großübung auf Station A8. Als Stationsärztin fungierte Monika Ruszkiewicz (M.), Assistenzärztin der Anästhesie, die eine Patientin versorgte.© Foto: Beuckelmann
Um die "Patienten" vor Rauchgasen in Sicherheit zu bringen, werden sie auf Station B8 getragen.© Foto: Beuckelmann
Um die "Patienten" vor Rauchgasen in Sicherheit zu bringen, werden sie auf Station B8 getragen.© Foto: Beuckelmann
Mit Tragetüchern werden die "Patienten" ins Sicherheit gebracht.© Foto: Beuckelmann
Petra Semer vom Sozialdienst des St.-Marien-Hospitals fungierte neben weiteren Kräften als "Brandopfer" und ließ sich retten.© Foto: Beuckelmann
Die eintreffenden Einsatzkräfte verschaffen sich einen Überblick.© Foto: Beuckelmann
Über Wandhydranten erfolgte die Wasserversorgung zur Brandbekämpfung.© Foto: Beuckelmann
65 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lünen waren bei der Großübung im Einsatz und "löschten" den Brand auf Station A8.© Foto: Beuckelmann
65 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lünen waren bei der Großübung im Einsatz und "löschten" den Brand auf Station A8.© Foto: Beuckelmann
Die "geretteten" Patienten wurden auf Station B8 in Sicherheit gebracht.© Foto: Beuckelmann
Die Übung ist beendet: Prof. Dr. Wolfram Wilhelm (M.), ärztlicher Direktor des St.-Marien-Hospitals, bringt den erschöpften Einsatzkräften Trinkwasser.© Foto: Beuckelmann
Erschöpft aber glücklich wirken die Einsatzkräfte nach der Großübung.© Foto: Beuckelmann
Die Übung ist beendet. Dr. Arne Krüger (M.), Oberarzt der Anästhesie und Leiter der Zentralen Notaufnahme des St.-Marien-Hospitals, hatte als Leitender Notarzt Dienst und kommentierte die Übung.© Foto: Beuckelmann
Die Übung ist beendet, wie ist sie gelaufen? Prof. Dr. Wolfram Wilhelm (2.v.r.), ärztlicher Direktor des St.-Marien-Hospitals, Verwaltungsdirektor Axel Weinand (3.v.r.), der Leiter der Feuerwehr Rainer Ashoff (M.) und der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Hermann Dissel (r.) hören zu, was die Einsatzkräfte zu sagen haben.© Foto: Beuckelmann
Erschöpft aber glücklich wirken die Einsatzkräfte nach der Großübung.© Foto: Beuckelmann
Prof. Dr. Wolfram Wilhelm (M..), ärztlicher Direktor des St.-Marien-Hospitals und Dr. Karl Schürmann (l.) Vorsitzender des Kuratoriums, beobachten die Großübung interessiert.© Foto: Beuckelmann
Dr. Arne Krüger, Leiter der Zentralen Notaufnahme (l.), hatte als Leitender Notarzt Dienst und beobachtete mit Fred Leicht (M.) Pflegedienstleiter und Michael Goepfert Technischer Leiter (r.) die Großübung.© Foto: Beuckelmann
"Lob an das Pflegepersonal und die Stationsärztin", so Robin Möller (l.) und Tim Kewitz (r.), die die Übung seitens der Feuerwehr ausgearbeitet haben. Zu Beginn stellten sie sich mit dem Krankenhausteam zum Gruppenfoto auf.© Foto: Beuckelmann
"Lob an das Pflegepersonal und die Stationsärztin", so Robin Möller (r.) und Tim Kewitz (l.), die die Übung seitens der Feuerwehr ausgearbeitet haben.© Foto: Beuckelmann
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Die Aufzüge wären im Ernstfall außer Betrieb

„Vergesst die Aufzüge“, warnte Dr. Krüger vor deren Benutzung, da sie im Ernstfall wohl außer Betrieb seien. Als Fluchtwege und Angriffspunkt der Retter gab es nur die Treppenhäuser. Acht Stockwerke mussten sie überwinden, zum Teil mit schwerem Atemschutz und Schlauchsystemen. Bettlägerige „Patienten“, gemimt von freiwilligen Helfern, bedurften besonderer Unterstützung.

Mithilfe der Pflegekräfte und der Anästhesistin Monika Ruszkiewicz, die als Stationsärztin fungierte, konnten 14 „Verletzte“ in Sicherheit gebracht werden.

Drei Personen waren durch „Rauchgasvergiftung reanimationsbedürftig“ und mussten von der Feuerwehr aus den mit Kunstnebel verrauchten Räumen gerettet werden. Die Feuerwehr „löschte“ den Brand über Wandhydranten und bedankte sich beim Team des Klinikums, das die Herausforderung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gemeistert habe. „Lob an das Pflegepersonal und die Stationsärztin“, so Robin Möller und Tim Kewitz, die die Übung seitens der Feuerwehr ausgearbeitet haben. 

Reaktionen aus dem Krankenhaus - Lob für die Feuerwehr

„Letztlich müssen wir als Krankenhaus für alle Schadensfälle gerüstet sein. Bei dieser Übung geht es um die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die ist hier historisch sehr eng und sehr gut“, so Prof. Dr. Wolfram Wilhelm, Ärztlicher Direktor des Klinikums.

Dr. Arne Krüger lobte das besonnene Handeln der Akteure und die gute Kooperation: „Das Krankenhauspersonal hat einen top Job gemacht.“

Michael Goepfert, Technischer Leiter am St.-Marien-Hospital: „Es ist wichtig, dass die Feuerwehr einfach weiß, was für Örtlichkeiten sie hier vorfindet, mit welchen schwierigen Situationen sie hier zu tun hat. Das Besondere am Krankenhaus ist, dass wir Menschen haben, die sich nicht selber retten können, die brauchen Hilfe.“

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