Fiese Masche: Der weinende Betrüger von Lünen

Warnung bei Facebook

Bei Facebook macht gerade eine Geschichte die Runde von einem Betrüger in Lünen. So unspektakulär seine Beute ist, so fies ist wohl seine Masche. Denn dafür drückt der Mann ordentlich auf die Tränendrüse - berichten zumindest seine mutmaßlichen Opfer. Wir haben bei der Polizei nachgefragt, ob die Masche dort bekannt ist.

LÜNEN

, 07.04.2016, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fiese Masche: Der weinende Betrüger von Lünen

In Lünen scheint ein Betrüger umzugehen. Er klingelt an Haustüren und erzählt eine rührselige Geschichte, um so Geld zu erbetteln.

In Lünen macht wohl ein Betrüger die Runde, der mit einer rührseligen Geschichte auf Beutezug geht. Und die scheint bisher immer ähnlich zu sein: Der Mann klingelt an der Haustür und erzählt dann, er sei soeben Vater geworden, aber nicht in der Lage das Taxi zum Krankenhaus zu bezahlen. Seine Frau sei ganz alleine, oder soeben in ein anderes Krankenhaus verlegt worden und da müsse er jetzt hin, aber wie nur ohne Geld? 

Gutgläubigkeit ausgenutzt

Um die Dringlichkeit seiner Bitte zu verstärken, habe der Mann wohl auch in mehreren Fällen geweint. Auch, wenn es sich nur um geringe Geldbeträge bisher gehandelt hat: Die Opfer fühlen sich wegen ihrer Gutgläubigkeit ausgenutzt.

Mehrere solcher Fälle sind unserer Redaktion zu Ohren gekommen: Bekannte haben unseren Mitarbeitern davon erzählt und wir wurden via Facebook von Personen kontaktiert, die eigenen Angaben zufolge Opfer des Mannes geworden sind. Dort wird auch vor dem weinenden Betrüger gewarnt. Doch ist die Masche bei der Polizei bekannt? Wir haben nachgefragt.  

Eine erste Schlagwort-Suche bei der Ordnungsbehörde führte zu keinem Ergebnis. "Es kann in solchen Fällen aber wirklich sein, dass wir keine Erkenntnis davon erlangen", sagte Polizei-Sprecherin Dana Seketa. "Die Leute denken häufig, dass das kein Fall für die Polizei ist, weil ihnen nichts passiert ist." Dabei könnten Betroffene die Polizei schon rufen, wenn ihnen etwas Verdächtiges auffällt. 

Polizei braucht Kenntnis zum Handeln

"Wir brauchen Kenntnis davon, ob jemand durch die Straßen läuft und in Autos oder Häuser schaut", sagt Seketa. Eine Anzeige ist nicht sofort nötig. Da würde auch schon ein Anruf unter der 110 reichen. Die Polizei könne dann vor Ort die Person überprüfen und schauen, ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt.

Im Lüner Fall hätte sie auch schauen können, ob sich der Verdacht gegen den Mann erhärtet, oder ob sich seine Geschichte als wahr herausstellt.  

Wenn aber jemand an die Haustür klingelt, und um Geld bittet, sei das immer zunächst verdächtig. Die Polizei rät auch davon ab, in solchen Fällen Geld auszuhändigen.

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