Filmer aus Lünen dreht Film über das Leben in Zeiten des Coronavirus

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Uwe Koslowski hat schon einige Filme über Lünen gedreht. Sein neuestes Projekt hat etwas mit dem Coronavirus zu tun. Und damit, wie man sich nach der Krise an diese Zeit erinnert.

Lünen

, 01.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine besondere Zeit, in der wir leben. Eine Zeit mit nur wenigen direkten Kontakten, mit leerer Fußgängerzone und geschlossenen Geschäften. „Wenn diese besondere Phase dann irgendwann vorbei ist und niemand das Ganze filmisch festgehalten hat, ist es zu spät“, meint der bekannte Lüner Filmer Uwe Koslowski. Er wurde mit seiner DVD-Reihe „Lünen von oben“ bekannt.

Sein neuestes Projekt ist knapp acht Minuten lang und wird im Internet veröffentlicht. Der Titel: „Deutschland aus der Sicht von Menschen wie du und ich - Lünen von Uwe Koslowski“.

Er wollte ursprünglich vor allem Stadt- und Amateurfilmer aufrufen, solche Filme über das Leben in der Corona-Krise zu drehen. „Es macht Sinn, wenn man Szenen von jetzt denen gegenüberstellt, die zeigen, wie das normale Leben läuft. Und solche Szenen haben ja meistens Amateur- und Stadtfilmer gedreht.“ Koslowskis Beispielfilm aus Lünen ist schon fertig.

Suche nach Beispielen für Solidarität

Gerne würde er darin auch noch Beispiele für Solidarität in Zeiten der Corona-Krise zeigen. Menschen, die Masken nähen, die für ältere Menschen einkaufen oder solche, die für andere Leute mit dem Hund Gassi gehen. „Allerdings hab ich auch schon Leute angefragt, die solche Angebote machen. Aber die ich gefragt habe, hatten noch keine Anfragen“, erzählt Koslowski.

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Da hofft er noch auf ein paar Szenen für den Film. Abgedreht sind aber schon zwei Interviews. Natürlich mit entsprechendem Abstand und Vorsichtsmaßnahmen. Befragt hat Koslowski Dr. Donat Romann, Chefarzt der Gynäkologisch-Geburtshilflichen Klinik des St.-Marien-Hospitals, und Uwe Wortmann, Leiter des Lüner Kulturbüros. Beide äußern sich zu den Folgen der Corona-Krise aus ihrer jeweiligen beruflichen Sicht vor der Kamera.

„Bei den Interviews haben wir mit einem Abstand von 3,50 Metern gedreht. Ich habe jeweils Mikro und Headset sowie Desinfektionsspray hingelegt. So konnten meine Interviewpartner das Ganze vor und nach dem Gespräch desinfizieren.“ Koslowski selbst trug bei den Interviews Handschuhe und Mundschutz.

Auf seinen Aufruf auf seiner Facebook-Seite hat er auch Antworten von Filmer-Kollegen bekommen. So wie von einem Kollegen aus dem Dortmunder Filmclub, der auch schon einen ähnlichen Film für Dortmund dreht. Auch ein Bekannter aus Holzwickede wird die Idee umsetzen.

Projekt mit Jugendlichen in Wuppertal

Einen anderen Ansatz hat eine Bekannte von Koslowski aus Wuppertal. Sie arbeitet gerade an einem Projekt mit Jugendlichen, die „Corona Diaries“´, also Tagebuch in Videoform führen. Ihre Corona-“Videotagebücher“ schicken die Jugendlichen dann an die Projektleiterin.

„Man hat langsam das Gefühl, dass wir uns an diesen Alltag, wie er jetzt ist, schon gewöhnt haben. Die meisten Leute halten Abstand. Ich frage mich aber auch, was sein wird, wenn das alles vorbei ist. Gibt man sich dann wieder die Hand und umarmt sich zur Begrüßung?“

Koslowski hatte für seinen Corona-Krise-Film über Lünen keine großen Vorgaben, aber internet-tauglich sollte er sein und deshalb auch nicht länger als zehn Minuten. „Ich habe beispielsweise die Lippebrücke gefilmt, die komplett menschenleer ist. Und zum Vergleich Szenen von der Nikolaus-Ankunft an der Brücke gestellt, wo die ganze Brücke und auch die Fußgängerzone voller Menschen waren.“

Den Text hat Koslowski schon aufgenommen, geschnitten und untertitelt ist der Film auch bereits. „Jetzt hab ich auch noch Musik, die einerseits nicht zu fröhlich sein soll, andererseits aber auch nicht depressiv stimmen soll.“

Momentan ist Koslowski aber noch stärker mit seinem Hauptberuf beschäftigt. Der Lüner ist Versandhändler und wird derzeit mit Anfragen der unterschiedlichsten Art überschüttet. Wenn zwischendurch Zeit blieb, arbeitete er dann an dem Film. Hier der Link zum Film.

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