Firma klingelte an Haustüren und wollte Einfahrten säubern: Polizei stoppte die Aktion

rnPflasterreinigung

Dubiose Pflasterreinigungsfirmen sind in der Region aktiv. Eine war auch im Sonnenweg in Lünen-Süd. Nachbarn berichten, dass sie die Polizei gerufen hatten. Die schickte die Truppe vom Hof.

Lünen

, 14.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Als Holger Mickan von einer Seniorin in Westhofen las, die auf eine betrügerische Reinigungsfirma hereingefallen war und 1370 Euro für die Säuberung ihrer Einfahrt gezahlt hatte, fiel ihm ein Erlebnis im Sonnenweg vor vier Wochen wieder ein. Auch an seiner Haustür hatte ein Trupp geklingelt. Ohne Erfolg. Doch dann sah er, wie einer von ihnen in der Garageneinfahrt seines Nachbarn Walter Schrader zu Werke ging. Der 59-Jährige rief die Polizei.

Firma wollte etwas vorführen

„Die kamen und wollte mir was vorführen“, erinnert sich Schrader. Der laufende Meter sollte 5 Euro kosten. Einen Gewerbeschein hätten sie nicht gehabt, aber einen Zettel, auf dem etwas auf Holländisch gestanden habe. „Ich konnte das nicht deuten.“ Doch Walter Schrader sei neugierig geworden. „Mir kam das gelegen, weil ich keine Zeit hatte.“ Er habe selbst ein Kärchergerät und dachte, die Firma hätte noch einen Zusatz. Weil er sich überzeugen wollte, ob das was bringt, ließ er sie an seine Einfahrt.

Das Trio war mit einem weißen Kastenwagen in die Straße gekommen. Geklingelt hatte es auch an anderen Haustüren. Ein Firmenschild habe Schrader nicht gelesen. Während einer im Auto saß, bediente ein anderer die Pumpe und einer das Reinigungsgerät. „Der ging richtig zu Werke“, erinnert sich Schrader.

„Habe mich wohl vor einer Stange Geld bewahrt“

Doch kaum war ein Teil fertig, kam die Polizei und stoppte die Aktion. Laut Holger Mickan hätten die Beamten die Firma überprüft. Anschließend hätten die Mitarbeiter ihre Sachen packen und unverrichteter Dinge abziehen müssen. „Die haben mich wohl vor einer Stange Geld bewahrt“, sagt Schrader über die Polizei. Er habe zwar nichts unterschrieben, aber mündlich die Reinigung vereinbart. „Eine endgültige Summe war nicht gesagt worden“, so Schrader.

Der Polizei in Dortmund und Lünen sind aktuell zwar keine Fälle von betrügerischen Pflasterreinigungsfirmen bekannt, aber: „Das kommt aber immer mal wieder vor“, heißt es aus der Polizei-Pressestelle. Eine Sprecherin der Polizei im Kreis Unna sagte: „Unserem Kommissariat für Betrugsdelikte ist diese Vorgehensweise nicht unbekannt.“

„Wer zuviel bezahlt, dessen Geld ist weg“

Die Verbraucherberatung rät zur Vorsicht. Wichtig sei immer, zu prüfen, mit wem man es zu tun habe. Welche Firma ist das? Wer ist der Ansprechpartner? Man sollte nichts bezahlen ohne Rechnung, und diese auch nicht an der Haustür begleichen, um sich nicht unter Druck setzen zu lassen. „Wer in einer Zwangssituation zu viel bezahlt, dessen Geld ist weg“, sagt Angret Westermann, Beraterin der Verbraucherberatung in Lünen. Besser sei es, sich eine Rechnung geben zu lassen und erst einmal zu prüfen. Im Zweifel sollte man die Polizei rufen.

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