Forensik, Funsport und Landschaftspark: Die aktuellen Pläne für die Victoria-Brache

rnDiskussion im Ausschuss

Um eine Verschiebung der Forensik auf die RWE-Fläche zu ermöglichen, muss die Stadt schnell Planungsrecht schaffen. Auf der Victoria-Brache plant sie deshalb um die Forensik herum.

Lünen

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Rund 30 Jahre Stillstand sollen an der Victoria-Brache bald ein Ende haben, Klageverfahren, Altlasten und Co. zum Trotz. Welche Ideen es für das Gelände um die Forensik herum gibt, hat Carolin Lüke aus dem städtischen Stadtplanungsamt dem Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend vorgestellt.

Den neuen Entwurf hat die Stadt gemeinsam mit dem Planungsbüro DTP (Essen) erstellt. Das Büro hatte schon früher mit der Stadt zusammengearbeitet und der Verwaltung damals zu einem kooperativen Kurs geraten - also zur Rücknahme der Klage, die eine Forensik auf der Brache komplett verhindern sollte. Die Stadt klagte weiter, verlor zunächst und hofft jetzt über Gespräche, die Forensik zumindest verschieben zu können. Vom RAG-Gelände auf das RWE-Gelände, das weiter von der Wohnbebauung entfernt ist.

Das Ministerium in Düsseldorf wäre laut Stadt wohl bereit, zumindest darüber zu reden. Aber nur, wenn Verwaltung und Politik bis Ende des Jahres die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Wenn alles gut geht, soll der Satzungsbeschluss am 12. Dezember gefasst werden. „Das ist ein dickes Brett“, sagte der Technische Beigeordnete Arnold Reeker. Das Land hatte auf RN-Anfrage zuletzt immer wiederholt, dass es mit einer Forensik auf der RAG-Fläche plane.

Reeker: Gelände nicht für Gewerbe geeignet

Unterdessen laufen die Planungen für das Forensik-Umfeld. Der westliche Teil solle landschaftlich geprägt werden, sagte Lüke, mit einem Landschaftspark, der bewaldeten Halde mit Aussichtspunkt auf die Innenstadt und einem Funsport-Bereich. Die Fläche soll ja Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 und auch mit diesen Fördergeldern entwickelt werden.

Forensik, Funsport und Landschaftspark: Die aktuellen Pläne für die Victoria-Brache

Der Blick auf die Victoria-Brache. © Foto: Goldstein

Der östliche Teil wird „baulich geprägt“, so Lüke. Allerdings sei es schwierig, auf dem Gelände noch Gewerbe anzusiedeln. „Wir haben RAG gefragt. Die haben gesagt, eine gewerbliche Nutzung ist vollkommen unrealistisch“, ergänzte Reeker. Dort sind offenbar noch Fundamente der alten Gebäude im Boden. Deswegen soll es „Nutzungen in Modulbauweise“ ohne aufwendige Gründungen geben, etwa für Start-ups oder mit Flächen für Urban Gardening. Außerdem könnte ein neuer Nachbarschaftstreff entstehen.

Forensik soll kein „abschreckender Koloss“ werden

Auch über die Forensik sprach Lüke. Es sei wichtig, aus ihr keinen „abschreckenden Koloss“ zu machen, sie müsse Teil des Parks und gut eingefriedet werden.

Roland Giller, Fraktionsvorsitzender der FDP, merkte an, dass es keine verbindliche Zusage vom Land gebe, tatsächlich auf die RWE-Fläche zu wechseln. Reeker entgegnete: „Wenn wir die Voraussetzungen schaffen, weiß ich nicht, wie das Land noch kommunizieren soll, dass es auf der RAG-Fläche bleiben will. Dann haben wir eine andere politische Diskussion.“

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