Frau rettet Hund: Notruf löst Einsatz der Feuerwehr am Kanal aus

Zeugenhinweis

Es klang ziemlich dramatisch, was Zeugen da gesehen haben wollten: Eine Person, die im Wasser treibt, im Datteln-Hamm-Kanal in Höhe der Bahnbrücke in Schwansbell. Dem war aber nicht so.

Lünen

, 04.02.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Preußenhafen aus der Luft

Der Preußenhafen aus der Luft © Neubauer

Ein Anruf bei der Lüner Feuerwehr versetzte diese gegen 14 Uhr am Montag (4.) in Alarmstimmung. Zeugen wollten eine Person gesehen haben, die hilflos im Wasser treibt. Und zwar in Höhe der Bahnbrücke in Schwansbell in Lünen-Süd. Sofort rückten 12 Einsatzkräfte, verteilt auf drei Feuerwehr- und einen Rettungswagen, zur vermeintlichen Unglücksstelle aus. Im Einsatz war auch ein Rettungshubschrauber.

Doch eine „harmlose Angelegenheit“

Was sich am Telefon noch so dramatisch anhörte, entpuppte sich beim Eintreffen der Feuerwehr jedoch „sehr schnell als harmlose Angelegenheit“, wie Brandmeister Michael Renze am Nachmittag auf Anfrage unserer Redaktion sagte.

Laut Renze war der Hund einer Spaziergängerin in den Kanal gesprungen und kam wegen der hohen Spundwände nicht mehr von alleine an Land. Daraufhin, sagte Brandmeister Renze weiter, sei die Frau über eine Leiter hinunter ins Wasser geklettert und habe den Hund mit an Land gezogen.

„Als meine Kollegen dort ankamen, war die Dame mit dem Hund schon mehr oder weniger auf dem Nachhauseweg“, so Michael Renze: „Hilfsangebote jedweder Art hat die Frau kategorisch abgelehnt. Sie wollte noch nicht einmal, dass wir sie nach Hause fahren.“

Die Bilanz des Einsatzes laut Brandmeister Renze: Ein Hund mit einem nassen Fell und ein Frauchen mit leicht nasser Hose.

Hundebesitzerin meldet sich

Ebenso schnell wie die Feuerwehr am Mittag reagiert hatte, reagierte die Hundebesitzerin, nachdem sie die obigen Zeilen zu dem Einsatz gelesen hatte. Am späten Nachmittag schrieb sie unserer Redaktion eine Mail mit folgendem Inhalt:

„Ich bin die Frau, die ihren Hund aus dem Kanal geholt hat. Ich möchte bitte nicht namentlich genannt werden, aber zu Ihrem Artikel ergänzend erwähnen, dass meine Hündin nur so schnell gerettet werden konnte, weil auf der anderen Seite des Kanals ein anderer Hundehalter war, der wiederum einen Radfahrer gebeten hat, zu mir herüberzufahren und mir den Hund abzunehmen.

Alleine hätte ich meine Hündin nicht die Leiter hochbekommen, sie wiegt trocken 25 kg! Ich bin den beiden Männern sehr dankbar für die schnelle Reaktion und Hilfe!!!

Dankbar bin ich natürlich auch den anderen Passanten, die sicherheitshalber die Rettung gerufen haben und selbstverständlich auch den supernetten Rettungskräften - auch wenn ich einfach nur nach Hause wollte...“

Lesen Sie jetzt