Frauen in Führungspositionen - die Stadt Lünen hat noch Nachholbedarf

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Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, Gabriele Schiek, geht in Rente. Sie hat viel bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen erreicht, aber es gibt noch Luft nach oben.

von Lea Schönfeld

Lünen

, 27.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gabriele Schiek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, geht demnächst in Rente. Seit 2008 ist sie Gleichstellungsbeauftragte und bereits seit 1995 in der Stadtverwaltung. Zuvor leitete die Diplom-Pädagogin das Zentrum zur beruflichen Förderung von Frauen. Jetzt wird nach einer geeigneten Nachfolgerin gesucht. „Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen und die Bewerbungsunterlagen werden nun gesichtet und geprüft“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Gesetzlich ist festgelegt, dass diesen Posten wieder eine Frau besetzen müsse. Schiek hat zwar bereits viel erreicht, ihre Nachfolgerin hat jedoch immer noch Arbeit vor sich.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (rechts) und Michael Kuzniarek, Fachdezernent für Personal bei der Stadtverwaltung, verabschiedeten die langjährige Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Schiek in den Ruhestand.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (rechts) und Michael Kuzniarek, Fachdezernent für Personal bei der Stadtverwaltung, verabschiedeten die langjährige Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Schiek in den Ruhestand. © Stadt Lünen

Mehr Frauen in Führungspositionen erwünscht

Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen in Lünen unterrepräsentiert. „Das Ziel der Stadtverwaltung ist es, Frauen im Rahmen der Personalentwicklung in Richtung Führungsposition zu fördern“, betont Spangardt. In 2019 wurden dennoch nur 40 Prozent der Führungspositionen von Frauen bekleidet. Dabei handelt es sich um die Position der Abteilungsleitung und Teamleitung. Ein Jahr zuvor waren es nur 31 Prozent und in 2014 nur 19 Prozent.

Die zur Zeit höchste Position, die Frauen bei der Stadt Lünen inne haben, ist die der Abteilungsleitung. Darüber stehen in manchen Abteilungen nur noch Fachdezernenten und ansonsten die Wahlbeamten (Beigeordnete) und der Bürgermeister. Diese Positionen besetzen jedoch keine Frauen, teilt die Stadt mit.

Förderung hat noch Luft nach oben

Auf die Ebene der Wahlbeamten und des Bürgermeisters hat die Stadtverwaltung jedoch keinen Einfluss. „Die Besetzung dieser Stellen erfolgt aufgrund politischer Beschlüsse und Wahlen“, erklärt Spangardt. Das heißt, der Stadtrat entscheidet.

Das allgemeine Ziel der Gleichstellungsarbeit sei, Frauen und Männern gleichermaßen eine eigenständige und auskömmliche Existenzsicherung sowie Altersvorsorge zu ermöglichen. Außerdem solle eine ausgeglichene Besetzung der Führungspositionen erreicht werden, so Spangardt.

Die Stadt setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind. Natürlich würden Bewerber nach Eignung, Befähigung und fachlicher Kompetenz in Hinsicht auf die jeweilige Stelle ausgewählt. Sollte jedoch in dem spezifischen Bereich ein Geschlecht unterbesetzt sein, werde versucht, eine Geschlechtergleichheit herzustellen. Bei gleichen Voraussetzungen werde jeweils die Frau bevorzugt.

Diese Maßnahmen basieren auf gesetzlichen Grundlagen aus dem NRW-Gleichstellungsgesetz, erklärt Spangardt. In der Verwaltung steigt die Zahl der Frauen in Führungspositionen jährlich an. Auf der Ebene der Wahlbeamten ist die Zahl über die Jahre allerdings gleich geblieben und ist gleich Null.

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