Freies W-Lan in Lüner City ist auf dem Vormarsch

Freifunk

Das Projekt freies W-Lan in der Lüner Fußgängerzone nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Gefördert wird es durch die Freifunk-Initiative und den City-Ring. Die mögliche Abschaffung der Störerhaftung durch die Bundesregierung spielt dem Projekt in die Karten.

LÜNEN

, 19.05.2016 / Lesedauer: 3 min

Das Handelsblatt titelte vor wenigen Tagen, „Deutschland kommt doch noch im 21. Jahrhundert an“. Gemeint war damit die mögliche Abschaffung der Störerhaftung, auf die sich die Bundesregierung einigte. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, sind die Betreiber von öffentlichen W-Lan-Hotspots nicht mehr für die Nutzer haftbar zu machen, sollten sich diese beim Surfen strafbar machen.

„Wir als Lüner Freifunker begrüßen eine mögliche Abschaffung“, erklärte Dennis Schweer für den Freifunk Lünen auf Anfrage. Allerdings wolle man nicht den Tag vor dem Abend loben, da man noch keine Informationen über Inhalt und Wortlaut des Gesetzes habe.

Mögliche Einschränkungen seitens der Bundesregierung:

So könne es sein, dass es weitere Einschränkungen enthalte, wie zum Beispiel die Registrierung und Speicherung von Nutzerdaten. „Nichtsdestotrotz sehen wir gespannt in die Zukunft“, sagt Schweer, denn in den meisten Nachbarländern gebe es bereits freies W-Lan.

Auch in der Lüner Innenstadt sollen die Besucher der Fußgängerzone bald bequem und durchgängig per WLAN im Internet surfen können, ohne sich nach mehreren Metern wieder neu einloggen zu müssen. „Leider sind wir hier nur Nachzügler“, erklärt Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City-Rings. In anderen Städten gebe es das bereits, weit vor der Einigung der Bundesregierung. „Diese spielt uns aber etwas in die Karten“, sagt er. Die letzten Zweifel in der Sicherheitsfrage, die auch auf der Jahreshauptversammlung des City-Rangs ein wichtiges Thema war, seien damit geklärt worden, sagt er.

Händler müssen nur Stromkosten übernehmen

„Zwei weitere Händler haben wir an diesem Abend überzeugt, bei dem Projekt mitzumachen“, sagt der Vorsitzende, auch wenn es gerne mehr sein könnten. Derzeit wären drei Router aktiv, acht weitere sollen in kurzer Zeit folgen. „Diese stellen wir den Händlern kostenlos zur Verfügung und finanzieren auch den Einbau“, sagt er. Lediglich die geringen Strompreise müssten dann vom Aufsteller übernommen werden.

50 Prozent der Kosten, bis zu einem maximalen Anteil von 1500 Euro, werden von der Stadt übernommen, die andere Hälfte steuert der City-Ring selbst bei. 30 Router hat von Bohlen zum Start besorgt. „Wenn benötigt, kaufe ich auch gerne noch welche nach“, sagt er, denn „ein flächendeckendes Netz in der Fußgängerzone ist ein großer Vorteil für den Händlerstandort Lünen.“

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