Freistehend ohne Notenblätter musiziert

Lüner Konzertreihe

Mit einem außergewöhnlichen Genuss für Ohren und Augen ist am Freitag im fast voll besetzten Hansesaal die vierte Saison der Lüner Konzertreihe eröffnet worden. Das preisgekrönte dänisch-lettische Carion Bläserquintett bot dem staunenden Publikum auf der Bühne eine innovative kammermusikalische Präsentation, die es in sich hatte.

LÜNEN

von Von Volker Beuckelmann

, 23.09.2012, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Carion Bläserquintett eröffnete mit einem beeindruckenden Konzert die 4. Saison der Lüner Konzertreihe.

Das Carion Bläserquintett eröffnete mit einem beeindruckenden Konzert die 4. Saison der Lüner Konzertreihe.

Das Besondere: Die klassischen Meisterwerke wurden freistehend ohne Notenständer in Form einer beeindruckenden optischen Performance dargeboten. Dóra Seres (Flöte), Egils Upatnieks (Oboe), Egils Serfers (Klarinette), David M.A.P. Palmquist (Horn) und Niels Anders Vedsten Larsen (Fagott) spielten alle Stücke auswendig und kommunizierten sowohl miteinander als auch mit dem Publikum, indem sich die Musiker ständig auf der Bühne bewegten und damit eine neue Dimension der Musik eröffneten. Die „Sechs Bagatellen für Bläserquintett“ von György Ligeti klangen wie eine muntere zwitschernde Vogelschar. Das perfekt harmonierende und äußerst spielfreudige Bläserquintett stand sich zum Teil gegenüber wie bei einer Plauderei auf der Straße. Fagott, Horn, Flöte, Oboe und Klarinette erfreuten die Gäste mit humorvollen Tönen, die aus einfachen Serien bestanden.

„Das Original ist für Klavier, aber wir haben kein Klavier“, erklärte das Quintett und bot mit dem hervorragend interpretierten Stück „Pavane pour une infante défunte“ von Maurice Ravel faszinierende Rhythmen und verblüffende Klangfarben. Zum Vergnügen des Publikums, das sich mit großen Ovationen bedankte, trugen Gabriel Faurés gefühlvoller Titel „Pavane op. 50“ sowie „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen (Edward Elgar, arrangiert von David M.A.P. Palmquist) bei. Mit Jaques Iberts „Trois pièces brèves für Bläserquintett“ sorgte das Carion Quintett für einen weiteren Höhepunkt.

Lesen Sie jetzt