Nach monatelanger Schließung haben die Friseurläden seit März wieder geöffnet. Doch das Geschäft läuft vielerorts schlecht. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Friseurbesuch nur getestet oder geimpft: Lüner Friseure sind zwiegespalten

Wer ungeimpft ist, muss bald wieder einen negativen Test mit zum Friseur bringen. Die sind aber ab Oktober nicht mehr kostenlos. Die Friseure in Lünen sind zwiegespalten über die neue Regel.

Gut zwei Monate ist es erst her, dass die Testpflicht für den Besuch in Friseursalons aufgehoben wurde – nun soll sie wiederkommen. Ab dem 23. August soll die „3-G-Regel“ für bestimmte Einrichtungen und Freizeitangebote grundsätzlich gelten – und dazu gehören neben Fitnessstudios, Schwimmbädern, Hotels und Restaurants auch Friseursalons. Gleichzeitig sollen Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein. Das hat die Bundesregierung am Dienstag, 10. August beschlossen. Aber was bedeutet das für die Friseure in Lünen? Haben Sie Angst, dass die Regel potenzielle Kunden abschrecken könnte?

Keine Sorge vor weniger Kundschaft

Uschi Kleinschnittger von Salon Uschi stört die neue Regel nicht – eher im Gegenteil: „Es muss ein Druckmittel kommen, damit wir irgendwann auch mal wieder in den Normalbetrieb übergehen können.“ 95 Prozent ihrer Kunden seien ohnehin geimpft, da sind sich die Inhaber Josef und Uschi Kleinschnittger sicher. Und diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, müssten dann eben getestet kommen – auch, wenn der Test selbst bezahlt werden muss. „Es werden sicherlich nochmal weniger Kunden werden, wenn die Tests kostenpflichtig sind“, so Josef Kleinschnittger. Doch das sei für die Inhaber des Salons in Ordnung. Ihre einzige Befürchtung: Dass es durch die Regel vermehrt zur Schwarzarbeit kommt.

Josef und Uschi Kleinschnittger vom Salon Uschi in Lünen befürworten die neue Regel.
Josef und Uschi Kleinschnittger vom Salon Uschi in Lünen befürworten die neue Regel. © Emilia Knebel © Emilia Knebel

Ähnlich sieht das auch Nele Hörning von Haardesign Hörning. Sie hat keine große Sorge, dass ihr durch die „3-G-Regel“ viele Kunden wegbrechen werden. „Ich habe sehr verantwortungsvolle Kunden, die verstehen das“, so die Inhaberin. Außerdem nütze es nichts, sich darüber zu ärgern: „Ich bin es Leid, immer wieder über die Maßnahmen zu reden und zu diskutieren“, sagt die Friseurin. Sie würde alles so umsetzen, wie es vorgeschrieben sei – durch ihr Hausrecht selbst eine Impfung bei ihren Kunden voraussetzen wolle sie aber nicht.

Friseure sind zwiegespalten

Auch Vanessa Wienecke, Inhabern vom Salon HaarStark, ist von den Neuerungen betroffen. Sie ist zwiegespalten, was das Thema angeht: „Klar, habe ich Angst, dass die Kundschaft dadurch wegbleibt. Aber andererseits ist die Regel auch ganz gut, damit manche doch noch aus den Puschen kommen.“ Geschäftlich sei der Beschluss natürlich nicht gut für alle Friseursalons. Das habe sie bereits gesehen, als das letzte Mal eine Testpflicht eingeführt wurde und viele Kunden wegblieben. Dennoch müsse man sich an die Beschlüsse halten. Ähnlich wie Nele Hörning wolle aber auch Vanessa Wienecke keine Impfung voraussetzen, damit man ihren Salon besuchen darf. „Dafür ist die Konkurrenz einfach zu groß“ so die Friseurin.

Über die Autorin
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Geboren und aufgewachsen im Sauerland, dort erste Erfahrungen im Lokaljournalismus gesammelt und für das Journalistik-Studium schließlich nach Dortmund gezogen. Dem Lokaljournalismus weiterhin treu geblieben, schreibe ich hier über alles, was in Lünen und Umgebung so los ist.
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