Steingärten sind schlecht für die Umwelt - und sollen in Lünen möglichst nicht mehr entstehen. © picture alliance/dpa
Steingärten

„Gärten des Grauens“: Stadt Lünen will für weniger Steingärten sorgen

Die einen mögen sie, die anderen hassen sie - Steingärten. Fest steht: Gut für die Umwelt sind sie nicht. Die Stadt Lünen will weiter gegen sie vorgehen - mit einem neuen Mittel.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und so gibt es die eine Fraktion der Deutschen, die Stein- und Schottergärten durchaus ästhetisch findet. Und dann gibt es eben noch die andere Fraktion, die die Kieswüsten hasst wie die Pest. Was unstrittig ist: Steingärten sind schlecht für die Umwelt. Deshalb will die Stadt Lünen ihre Entstehung möglichst verhindern – und setzt dabei auch auf ein neues Mittel.

In den vergangenen Jahren sind Steingärten in Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und das ist schlecht. Denn durch die ausbleibende Bepflanzung wird nicht nur vielen Insekten und anderen Tieren der Lebensraum entzogen. Pflaster-, Kiesel- und Schottersteine sorgen zudem für eine Versiegelung der Flächen. Regenwasser kann nicht mehr versickern und im Boden gespeichert werden, bei Starkregenereignissen drohen zunehmend Überschwemmungen.

Bürgerin fordert Verbot und Rückbau von Steingärten

Nun sorgte ein Bürgerantrag dafür, dass der Umwelt-Ausschuss der Stadt Lünen sich mit den „Gärten des Grauens“, wie Tessa Schächter (Bündnis 90/Die Grünen) es bezeichnete, beschäftigte. Gleichzeitig empfahl die Ausschussvorsitzende einen Blick auf die gleichnamige Instagram-Seite. Hier werden regelmäßig Fotos von besonders hässlichen Steingärten aus allen Ecken der Republik gezeigt.

Doch zurück zu dem Antrag: Eine Bürgerin forderte darin das Verbot für die Anlage von Kiesgärten nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Bestandsimmobilien – und deren Rückbau.

„Das Ansinnen der Antragstellerin ist völlig gut und richtig“, betonte Thomas Berger, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, Umwelt und Bauordnung, zu Beginn der Debatte. Solch ein pauschaler Beschluss in Bezug auf Bestandsimmobilien sei aber nicht rechtskräftig umzusetzen.

Stadt Lünen setzt auf Info und Beratung – und einen Flyer

Gleichzeitig stellte Berger klar: „Bei Neuplanungen treffen wir Festsetzungen im Bebauungsplan, die solche Kiesgärten so rechtssicher wie möglich ausschließen.“ Ansonsten setze man auf Info und Beratung.

Passend dazu hat die Stadtverwaltung einen neuen Info-Flyer in den Druck gegeben, der Hauseigentümern in Zukunft die Nachteile von Steingärten vor Augen halten und ihnen Alternativen aufzeigen soll – mit einer echten, aber pflegeleichten Bepflanzung. „Wir hoffen, dass wir Hauseigentümer mit der Kampagne überzeugen“, so Berger.

Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen. Einen angeordneten Rückbau durch die Stadt Lünen wird es jedenfalls nicht geben. Der Antrag wurde logischerweise einstimmig abgelehnt.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
Zur Autorenseite
Marc-André Landsiedel

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.