Gahmen verliert das nächste Geschäft

Leerstand nimmt zu

Gahmen ist an vielen Ecken schöner geworden, keine Frage. Es gibt ein schickes, gut laufendes Soziales Zentrum, den zum Teil neu gestalteten Marktplatz und beeindruckende Spielgeräte. Mit der Infrastruktur des Stadtteils allerdings geht es weiter bergab: Jetzt hat auch das Schreibwarengeschäft an der Gahmener Straße 262 geschlossen.

GAHMEN

, 05.09.2015, 08:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gahmen verliert das nächste Geschäft

Neuer Leerstand in Gahmen: Ende August schloss das Schreibwarengeschäft an der Gahmener Straße 262.

Drei Jahrzehnte lang war das Haus mit seiner Lotto-Annahmestelle ein Fixpunkt im Stadtteil. Seit dem 31. August sind die Schaufenster verklebt, Eigentümerin Afrodipa Demolli ist auf der Suche nach einem Nachmieter.

Keine leichte Aufgabe. „Es waren schon einige hier und haben geguckt“, sagt sie, „aber es gibt nichts Konkretes“. Einer habe die Idee eines Lebensmittelladens gehabt, ein anderer habe einen Friseursalon für Herren eröffnen wollen, erzählt Afrodipa Demolli. Zehn Jahre hätten die letzten Mieter den Laden geführt, Vater und Sohn gemeinsam. Nun habe der Sohn sich verändern wollen, also machte man dicht.

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Nach dem mehrfachen Scheitern des nur wenige Meter entfernten kleinen Lebensmittelsgeschäftes („Frischemarkt“) und dem Verschwinden des Sparkassen-Geldautomatens vor genau einem Jahr die nächste schlechte Nachricht für den Stadtteil.

Mit Brettern vernagelt

Die Fassade des früheren Schlecker-Drogeriemarktes quasi schräg gegenüber steht inzwischen schon so lange leer, dass die inzwischen demolierte Schaufensterfront vor kurzem komplett mit Brettern vernagelt wurde. Sichtbares Zeichen dafür, dass sich hier schon lange nichts mehr getan hat.

Afrodipa Demolli ist angesichts der Umstände frustriert: „Wir haben jetzt schöne Spielplätze hier, aber wir brauchen Geschäfte“, sagt sie. Sie selbst habe ein Auto, könne woanders hinfahren. Aber die vielen älteren Menschen, die hätten hier nichts.

65 Quadratmeter groß ist ihr Ladenlokal. Ob und wann hier neues Leben einkehrt, niemand weiß es. Angesichts der Rahmenbedingungen wäre eine schnelle Lösung aber eine Überraschung. Wer sich für die Räume interessiert, kann sich unter (0162)9 18 99 33 melden.

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