Gas-Fontäne in Nordlünen - Firma trifft bei Erdwärmebohrung auf Methan

Vorfall bei Bohrung

Bei einer Erdwärmebohrung sind die Mitarbeiter einer Firma auf Methan getroffen. Das entlädt sich in einer Fontäne. Einige Anwohner wurden zeitweise evakuiert. Auch Samstag strömt noch Gas aus.

Nordlünen

, 21.08.2021, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Bohrarbeiten für Erdwärme sind Mitarbeiter einer Firma am Freitag auf Methan gestoßen. Einen sehr ähnlichen Vorfall in der direkten Umgebung hatte es 2018 gegeben, wie dieses Archivbild zeigt.. Auch dieses Mal schoß das Gas in einer hohen Fontäne aus dem Boden.

Bei Bohrarbeiten für Erdwärme sind Mitarbeiter einer Firma am Freitag auf Methan gestoßen. Einen sehr ähnlichen Vorfall in der direkten Umgebung hatte es 2018 gegeben, wie dieses Archivbild zeigt.. Auch dieses Mal schoss das Gas in einer hohen Fontäne aus dem Boden. © Magalski

Bei Bohrungen für Erdwärme ist eine Firma am Freitag (20.8.) auf Methan-Gas getroffen. Bei der dritten von fünf Bohrungen an der Straße Im Ort in Nordlünen schießt mit einem Mal eine Gas-Fontäne aus etwa neunzig Metern Tiefe nach oben.

Die eilends alarmierte Feuerwehr evakuiert rund zwei dutzend Anwohner aus ihren Häusern in der Umgebung der Baustelle. „Die Menschen konnten nach rund 30 Minuten wieder in ihre Häuser zurückkehren“, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag auf Anfrage. Die Arbeiter bekommen zwar viel Schlamm und Dreck ab, blieben aber unverletzt.

Trotz der spektakulären Fontäne sei bei Messungen vor Ort relativ schnell klar geworden, dass die Gefahr durch höhere Gaskonzentrationen sich nur auf den Baustellenbereich erstreckte. Funken oder offene Flammen können sonst bei ausreichender Gaskonzentration in der Luft zu einer Explosion führen.

Sorgen nach gleichartigem Vorfall 2018

Nach etwa einer Stunde wird die Fontäne dann langsam kleiner. Die Sorge, dass das Gas längere Zeit mit hohem Druck ausströmt bestätigte sich für Anwohner und Einsatzkräfte nicht.

Bei einem gleich gelagerten Vorfall im Oktober 2018, ebenfalls in der Straße Im Ort, hatte es fast drei Tage gedauert, bis alle zehn von evakuierten Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten. Hier war eine Bohrfirma ebenfalls bei Bohrarbeiten nach Erdwärme auf ein Gasvorkommen in etwa 120 Metern Tiefe gestoßen. Die Straße Im Ort blieb für mehrere Tage gesperrt, auch das ist nach der Gas-Fontäne am Freitagnachmittag nicht notwendig.

Gas-Messungen über das ganze Wochenende

„Aktuell ist nur der direkte Bereich um die Baustelle gesperrt. Es strömt noch etwas Gas ab. Aber nicht in gefährlichen Mengen“, so der Sprecher der Lüner Feuerwehr weiter. Ein Mitarbeiter der Firma sei das ganze Wochenende vor Ort für weitere Messungen und um zu kontrollieren, dass nicht doch wieder mehr Gas ausströmt. Eine technische Lösung für derartige Probleme gibt es nicht. Man kann nur warten. Genau wie 2018.

Die Feuerwehr habe die Lage vor Ort nach dem Einsatzende am Freitag gegen 18.30 Uhr am Samstagmorgen noch einmal geprüft. Ob es nach dem gleich gelagerten Vorfall im Jahr 2018 in der Umgebung eine Häufung von Methan-Blasen unter Nordlünen geben könnte, konnte die Feuerwehr Samstag nicht sagen.

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