Geänderter Verbrauch sorgt für höhere Wasserpreise

Fragen und Antworten

Sechs Jahre lang blieben die Wasserpreise in Lünen stabil. Bis Januar 2016. Dann wird zwar der Preis für das tatsächlich verbrauchte Wasser sogar gesenkt – die Fixkosten aber steigen. Wir erklären die Hintergründe und klären die wichtigsten Fragen.

LÜNEN

, 10.12.2015, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geänderter Verbrauch sorgt für höhere Wasserpreise

Ab 2016 passen die Stadtwerke Lünen das Preissystem dem geänderten Verbrauch an.

Was genau ändert sich im System? Es wird ein neues Entgelt eingeführt. Zusätzlich zum Grundpreis, also dem Preis für Unterhaltung und Kontrolle des Leitungsnetzes, und dem Mengenpreis pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser, führen die Stadtwerke das sogenannte Systementgelt ein. Dieses Entgelt beträgt 28,89 Euro brutto pro Jahr und Wohn- oder Gewerbeeinheit.

Und die übrigen Preise bleiben gleich? Nein. Während der Mengenpreis von 1,56 auf 1,53 Euro pro Kubikmeter Wasser sinkt, steigt der Grundpreis von 163,20 auf 169,07.

Was hat das für konkrete finanzielle Auswirkungen? Es wird teurer. Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt 500 Liter Wasser am Tag, das macht im Jahr über 180 Kubikmeter. Statt etwa 448 Euro zahlt diese Familie rund 478 Euro im Jahr. Das bedeutet Mehrkosten von 2,50 Euro im Monat.

Warum überhaupt die Preissteigerung? Weil der Anteil der Fixkosten im Preissystem immer höher wird, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg. Denn der Verbrauch in Lünen sinke kontinuierlich. Das liege zum einen an der stetig sinkenden Einwohnerzahl der Stadt, zum anderen aber auch daran, dass Elektrogeräte wie Spül- oder Waschmaschinen immer sparsamer würden – während der Aufwand zur Instandhaltung gleich bleibe. „Der Anteil der Fixkosten liegt deshalb etwa bei drei Viertel“, sagt Grunenberg. Heißt unter anderem: Immer weniger Verbraucher zahlen für gleich bleibende Unterhaltungskosten.

Warum wurde nicht einfach der Grundpreis weiter erhöht? Das sei rechnerisch nicht möglich gewesen, erklärt Grunenberg. Nur mit der Einführung des Systementgelts sei eine „faire und angemessene Abrechnung“ gewährleistet, sagt der Stadtwerke-Chef. Im Übrigen habe das Landes-Kartellamt die Lüner Regelung abgesegnet, die so etwa auch in Schwerte angewendet würde.

Wann bemerkt der Verbraucher die Veränderung? Die meisten wohl erst im Januar 2017 mit der Abrechnung für das dann zurückliegende Jahr. Nur vereinzelt würden Nutzer auch jetzt schon angeschrieben, sagt Grunenberg. Etwa wenn nicht klar sei, wie viele Wohneinheiten es in einem Gebäude gebe.

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