Geblutet nach Stolperfalle in Brambauer: Reparatur ließ auf sich warten

rnSeilbahntrasse

Ein blutiger Zeh und ein strauchelnder Jogger: Der Sockel eines fehlenden Pfostens an der Seilbahntrasse war eine gefährliche Stolperfalle. Die Reparatur ließ lange auf sich warten.

Brambauer

, 23.08.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Michael Adrian ist die Situation unfassbar: Obwohl er zweimal bei der Stadt Lünen auf eine gefährliche Stolperfalle an der Seilbahntrasse in Brambauer hingewiesen hat, tat sich erst nach neun Tagen etwas. Dabei war die Situation durchaus kritisch. Ein Absperrpfosten war aus der Halterung gerissen worden, der Sockel ragte aus dem Boden. Einen Unfall hatte es schon gegeben, auch ein Jogger war darüber ins Straucheln geraten. Das Problem: Der graue Sockel war auf dem dunklen Teerbelag der bei Spaziergängern und Radfahrern beliebten Seilbahntrasse schlecht zu sehen.

Mit den beiden Hunden gingen Michael Adrian (60) und seine Frau Susanne (64) am Montag (10.8.) spätabends dort Gassi. Dass an der Ecke Lenaustraße der Sperrbalken fehlt, haben beide nicht gesehen. Susanne Adrian stolperte über die Kante und hat sich an dem scharfen Metall den Zeh aufgeschnitten. Es blutete. Ein paar Tage konnte sie nur humpeln.

Keine Nachfrage, keine Reaktion

Michael Adrian meldete sich am nächsten Morgen (11.8.) bei der Stadt. Es tat sich nichts. Ende der Woche beobachtet er einen Jogger. Der hatte den Metallrest auch nicht gesehen, geriet ins Straucheln und konnte sich gerade noch abfangen. Was, wenn etwas Schlimmes passiert? Michael Adrian rief wieder bei der Stadt an. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass das nicht zeitnah repariert wird“, sagt Adrian. Er versteht auch nicht, dass niemand mal nachgefragt hat, wie es seiner Frau geht. Es kam keine Reaktion.

Viel genutzte Seilbahntrasse

Die Seilbahntrasse ist ein viel genutzter Weg in Brambauer. Früher war sie die Verbindung von Schacht 1/2 der Zeche Minister Achenbach zum Schacht 4 am heutigen Technologiezentrum mit Colani-Ei. Über eine Seilförderanlage wurden die Kohlewagen transportiert. Heute erinnern noch eine Lore oder Seilscheibe als Relikte des Bergbaus an die Zeit, in der bis zur Stilllegung 1992 in Brambauer das schwarze Gold gefördert wurde.

Neun Tage hat es gedauert, bis der Pfosten an der Seilbahntrasse wieder eingesetzt wurde, wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Neun Tage hat es gedauert, bis der Pfosten an der Seilbahntrasse wieder eingesetzt wurde, wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite. © Quiring-Lategahn

Stadt vergibt Auftrag an WBL

Die Stadt Lünen bestätigt auf Anfrage der Redaktion, dass die Beschwerde am Dienstag (11.8.) eingegangen sei. Die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) seien mit der Reparatur beauftragt worden, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt mit. Er verwies darauf dass er von WBL die Auskunft habe, der Pfosten solle am Donnerstag (20.8.) repariert werden. „Falls das nicht sofort möglich ist, hat man uns zugesagt, die Gefahrenstelle in geeigneter Weise abzusperren.“

Tatsächlich ist nach Auskunft von Susanne Adrian der Pfosten am Donnerstag wieder eingesetzt worden. Allerdings hat das neun Tag gedauert. Es hätte in der Zeit auch Schlimmeres passieren können.

Lesen Sie jetzt