Gedenken an Opfer der rechten Gewalt fand viel Resonanz

Am Karfreitag

Erfreulich viele Menschen fanden sich am Karfreitag zur alljährlichen Gedenkfeier im Südpark ein. Dort gedachte man der Lüner, die im Frühjahr 1945, kurz vor der Befreiung von den Nationalsozialisten, von Gestapo und SS ermordet wurden.

LÜNEN

von Von Beate Rottgardt

, 06.04.2012, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen hielt eine der Ansprachen.

Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen hielt eine der Ansprachen.

Am Gedenkstein, der an die sechs ermordeten Lüner Kommunisten Johann Berg, Jakob Bink, August Dombrowski, Bernhard Höltmann, Johann König und Josef Kriska erinnert, fanden sich Vertreter von Institutionen, aber auch Bürger ein, um ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Willkür zu setzen.

"Es ist erfreulich, dass auch immer mehr jüngere Leute kommen," so Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen. In ihrer Ansprache appellierte sie an die Lüner, keine "falschen Kausalitäten" zuzulassen. "Wir sollten gemeinsam darauf einwirken, dass unsere Gesellschaft keine oder zumindest weniger Täter und Opfer produziert. Das sind wir den Toten und den Lebenden schuldig," betonte die Pfarrerin.

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Gedenkfeier in Lünen

Noch mehr Teilnehmer als in den vergangenen Jahren kamen am Karfreitag zur Gedenkfeier für die Opfer des Nazi-Regimes im Südpark.
06.04.2012
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Der Posauenchor Preußen umrahmte wie seit vielen Jahren die Gedenkveranstalung im Südpark musikalisch.© Foto: Rottgardt
Fast 100 Teilnehmer hatten sich am Gedenkstein im Südpark eingefunden, um der Opfer des Nazi-Terrorregimes zu gedenken. © Foto: Rottgardt
Jens Hebebrand (SPD) bat um ein stilles Gedenken für die engagierte Kämpferin gegen nationalsozialistisches Gedankengut, Isa Nigge. © Foto: Rottgardt
SPD-Landtagskandidat Rainer Schmeltzer appellierte, man solle gemeinsam gegen rechtes Gedankengut vorgehen. © Foto: Rottgardt
Wie an jedem Karfreitag legten Vertreter der SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker Kränze am Gedenkstein im Südpark nieder.© Foto: Rottgardt
Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen hielt eine der Ansprachen.© Foto: Rottgardt
Vertreter der SPD legten Kränze am Gedenkstein für die Opfer der Nazis nieder.© Foto: Rottgardt
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Wie auch der SPD-Landtagskandidat Rainer Schmeltzer hob sie hervor, wie wichtig das neue Bündnis gegen rechte Gewalt ist, dass in Lünen von verschiedenen Organisationen und Institutionen gegründet worden ist. Gerade im Hinblick auf die Opfer rechter Gewalt, wie die zehn Menschen, die von der Zwickauer Terrorgruppe ermordet wurden. "Eines der Opfer lebte nur zehn Kilometer von uns entfernt, in Dortmund, das leider ein zentraler Schauplatz des Rechtsextremismus geworden ist," so Andrea Ohm.

Erinnerung an engagierte Sozialdemokarten

Schmeltzer erinnerte auch an die drei engagierten Sozialdemokraten Auguste Schnakenbrock, Heinrich Bußmann und Eduard Petrat, die ihren politischen Widerstand gegen die Nazis mit dem Leben bezahlen mussten. "Aus dem Nachdenken soll ein Vorausdenken werden," so Schmeltzer. Man müsse wachsam sein gegen menschenverachtende Tendenzen.

Zuvor hatte Jens Hebebrand (SPD) die Gedenkveranstaltung eröffnet, die der Posaunenchor Preußen musikalisch umrahmte. Hebebrand verlas auch eine Grußbotschaft des Internationalen Rombergpark-Komitees und gedachte Isa Nigge vom Komitee, die im vergangenen Jahr gestorben ist. Sie hatte jahrelang als Mahnerin die Gedenkfeier mit geprägt.

 

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