Gefährlicher Trend: Wenn „Momo“ & Co. für Angst und Schrecken sorgen

rnDigitale Kettenbriefe

Verstörende Kettenbriefe sind ein Phänomen, das bei Messenger-Diensten wie WhatsApp auftritt und besonders Kinder gefährdet. Die Polizei Dortmund hat Tipps - nicht nur für Eltern und Lehrer.

Lünen

, 06.11.2018, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Früher kam der Kettenbrief in einem Umschlag, heute per Push-Nachricht über WhatsApp. Das Prinzip ist das Gleiche geblieben: Der Empfänger muss den Brief an eine bestimmte Zahl von neuen Empfängern weiterleiten, sonst widerfährt ihm ein Unglück. Das Spiel mit der Angst hat für viele einen besonderen Reiz - doch kann es auch schnell eskalieren. Vor allem dann, wenn die Empfänger Kinder sind.

Immerhin: Während an Grundschulen in der Region der Kettenbrief „Momo“ bereits aufgetaucht ist, scheint Lünen bisher davon verschont geblieben zu sein. „Bei uns war das bisher kein Thema“, erklärt Matthias Flechtner, Leiter der Leoschule, auf Anfrage. Er habe jedoch die Gelegenheit genutzt und sich bei einem Treffen mehrerer Grundschulleiter der Stadt umgehört. „Auch da hatte das keiner auf dem Schirm.“

Polizei setzt auf Prävention

Bei der Polizei Dortmund, die auch für Lünen zuständig ist, hat man hingegen sehr wohl schon von „Momo“ und Co. gehört. „Da ist vor allem ein Fall für die Prävention“, sagt Polizeisprecherin Nina Vogt. Die Behörde hat ein Merkblatt aufgelegt, das Eltern und Lehrern, aber auch betroffenen Kindern und Jugendlichen Tipps geben soll, wenn sie mit einem Kettenbrief konfrontiert werden.

Der jüngste „Trend“ dieser Art ist ein Kettenbrief namens „Momo“, der unter Kindern und Jugendlichen kursiert. Er zeigt das ebenso verzerrte wie verstörende Gesicht eines Mädchens - tatsächlich handelt es sich hier um eine Kunst-Skulptur aus Japan, was der Empfänger offenbar nicht weiß - und enthält die Botschaft, dass bei Nichtbefolgung der Anweisung ein grausamer Tod auf den Leser der Nachricht wartet.

Gefährlicher Trend: Wenn „Momo“ & Co. für Angst und Schrecken sorgen

Diese Fratze ist Teil des „Momo“-Kettenbriefes. Tatsächlich handelt es sich hier um eine japanische Kunst-Skulptur. © Screenshot: Youtube

Solche „Morddrohungen“ sind in Kettenbriefen nichts Ungewöhnliches - ein Strafverfahren ziehen sie allerdings nicht nach sich. „Zumindest liegt uns keine Anzeige in diese Richtung vor“, so Nina Vogt. „Es wäre aber auch schwierig, weil wir den Urheber des Kettenbriefes kaum ermitteln könnten.“

Es gibt mehrere Hilfsangebote im Netz, die sich nicht nur mit Kettenbriefen, sondern generell mit Medienkompetenz beschäftigen und Tipps für alle Betroffenen bieten. Hier eine Auswahl:


Offen über Ängste reden

Dennoch empfiehlt die Polizei Eltern und Lehrern, sich bei Verdacht einer Straftat sofort an die Behörden zu wenden. Ansonsten sei es wichtig, mit betroffenen Kindern und Jugendlichen offen über Kettenbriefe zu sprechen und ihnen so die Angst zu nehmen.

Die beste Reaktion auf derartige Nachrichten: Ignorieren und löschen. Dann läuft man auch nicht Gefahr, Opfer von Spyware oder Viren zu werden, die gerne mit derartigen Briefen auf die Reise geschickt werden.

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