Gegen den Vorschlag der Verwaltung: Lünens Rat gibt grünes Licht für Bergmann-Ampeln

rnNeue Ampelmännchen

Eigentlich wollte die Stadtverwaltung in Sachen Ampelmännchen keine Experimente: Der Einbau der Sondermotiven „Bergmann“ und „Römer“ sollte politisch abgelehnt werden. Doch es kam anders.

Lünen

, 01.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrheitlich hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung am 26. September beschlossen, dass an insgesamt vier Ampelanlagen im Lüner Stadtgebiet Sondermotive installiert werden.

Konkret erhalten die Anlage an der Alstedder Straße sowie die Ampeln an der Kreuzung Münsterstraße/Steinstraße/Barbarastraße und der Kreuzung Moltkestraße/Konrad-Adenauer-Straße das Sondermotiv „Bergmann“. Die Kreuzung Kamener Straße/Viktoriastraße wird mit dem Motiv „Römer“ ausgestattet.

Stadt muss Haftung für Schäden übernehmen

Damit lehnte der Rat den Vorschlag der Verwaltung ab, die Sondermotive nicht zu installieren. In der entsprechenden Vorlage kamen nämlich rechtliche Bedenken zum Ausdruck - weil die Stadt möglicherweise bei einem Unfall an den besagten Ampelanlagen in Haftung genommen wird.

Andere Städte, wie zum Beispiel Herne oder Bottrop, hätten die Bergmann-Ampeln aus dem Grund abgelehnt: „Wenn ein Unfall passiert, müsse die Stadt dafür haften oder unter Umständen nachweisen, dass die Verkehrssicherheit durch die Bergmannsampel nicht beeinträchtigt wurde“, heißt es seitens der Lüner Verwaltung.

Die Stadt muss also bei jedem Unfall beweisen, dass die veränderte Ampel nicht schuld gewesen ist. Deshalb gibt es auch keine Anordnung der Ampelmännchen „Bergmann“ und „Römer“ durch die Straßenverkehrsbehörde: „Es ist ein politischer Beschluss notwendig, dass die Stadt für Schäden haftet.“

Rat will Bergbaugeschichte der Stadt honorieren

Und genau dieser Beschluss ist nun gefallen, da eine Mehrheit des Rats zum einen nicht wirklich eine Gefahr sah, dass veränderte Motive ursächlich für einen Unfall sein könnten, und zum anderen vor allem die Bergbaugeschichte der Stadt Lünen honorieren wollte.

„Folglich wird die Verwaltung den Plan weiterverfolgen und die Ampelmännchen installieren“, hieß es danach aus der Pressestelle. Zu diesem Zweck hatte der Rat vorsorglich im Februar entschieden, 5000 Euro in den Haushalt einzustellen. Wann die Fußgänger dann von Bergmännern oder Römern über die Straße gelotst werden, steht noch nicht fest.

Ursprünglich war sogar vorgesehen, sieben Kreuzungen beziehungsweise Fußgängerüberwege mit den Sondermotiven auszustatten. Doch an der Waltroper Straße/Königsheide und Wittekindstraße sowie an der Gahmener Straße/Bahnstraße und Kurt-Schumacher-Straße/Kamener Straße schließen sich an die Fußgängerwege unmittelbar Radwege an. Und deshalb sind an diesen Ampeln zwingend sogenannte Kombistreuscheiben vorgeschrieben, also ein kombiniertes Symbol für Radfahrer und Fußgänger. Da es dieses Symbol nicht mit Bergmann oder Römer gibt, fielen diese Kreuzungen bei der Planung wieder raus.

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