Fördermittel

Geld für die Villa Urbahn: Landschaftsverband fördert das „Haus für alle“

Die Kostenexplosion beim Umbau der Villa Urbahn zum Museum hat für Schlagzeilen gesorgt. Das Projekt bekommt Unterstützung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat Gelder zugesagt.
Der Landschaftsverband unterstützt finanziell die Einrichtung des Stadtmuseums in der Villa Urbahn und Inklusionsmaßnahmen.
Der Landschaftsverband unterstützt finanziell die Einrichtung des Stadtmuseums in der Villa Urbahn und Inklusionsmaßnahmen. © Goldstein (A)

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will die Stadt Lünen finanziell dabei unterstützen, das Stadtmuseum Lünen nach seinem Umzug in die „Villa Urbahn“ und einen Neubau einzurichten. Die Förderung von 300.000 Euro bezieht sich auch auf Inklusionsmaßnahmen. Der LWL-Kulturausschuss hat am Mittwoch (6.4.) in Münster den entsprechenden Beschluss auf den Weg gebracht, der LWL-Landschaftsausschuss entscheidet am 10. Juni abschließend.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Stadt Lünen ihr Stadtmuseum ins Stadtzentrum, also zu den Menschen verlegt und dabei die Möglichkeit nutzt, das Museum inklusiv und partizipativ auszurichten“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Als ‚Haus für alle‘ will das Museum Teilhabe für möglichst viele Menschen ermöglichen. Es sollen nicht nur Barrieren für Menschen mit Behinderung abgebaut werden, sondern auch soziale Barrieren.“ Um das zu erreichen, soll es künftig ein taktiles Leitsystem, einen Tastgrundriss sowie mit dem Rollstuhl unterfahrbare Möbel und Tastobjekte geben. Daneben wird das Museum inklusive Mediengestaltung und einfache Sprache einsetzen. Die Präsentation soll verschiedene Bildungsniveaus berücksichtigen und Inhalte auch sinnlich erfahrbar machen.

Noch ist das Lüner Stadtmuseum im Gesindehaus des Schlosses Schwansbell untergebracht.
Noch ist das Lüner Stadtmuseum im Gesindehaus des Schlosses Schwansbell untergebracht. © Marie Rademacher (A)

Multifunktional nutzbares Mobiliar

Neben den Inklusionsmaßnahmen fördert der LWL die Anschaffung von multifunktional nutzbarem Mobiliar und mobiler Technik für den museumspädagogischen Raum, so dass er auch für Vorträge nutzbar ist. Ebenso bezuschusst der LWL die übrige Gestaltung und Ausstattung des Ausstellungsbereichs und des Foyers sowie professionelle Lagertechnik für das Depot.

Die Villa Urbahn hat unlängst für Aufregung in der Politik gesorgt, weil die Kosten um 1 Million Euro teurer werden sollte. Durch Einsparungen konnte die Summe auf 636.000 Euro reduziert werden, allerdings sind damit auch Fördergelder weggefallen. Ursprünglich war mit 1,45 Millionen Euro kalkuliert worden, inzwischen stehen 1,9 Millionen Euro im Raum.

Museumsstandort am Rathaus

Das Stadtmuseum Lünen ist seit 1983 im ehemaligen Gesindehaus des Schlosses Schwansbell untergebracht. Da der abseits gelegene Standort und die Räume nicht unbedingt für museale Zwecke geeignet sind, verlegt die Stadt den Museumsstandort in die „Villa Urbahn“ direkt neben dem Rathaus. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1925 wird mit einem Neubau verbunden. In dem neuen ebenerdigen Gebäude sind der Eingangsbereich und das Foyer sowie im Untergeschoss die Sonderausstellungsfläche und ein Depot untergebracht.

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