Gepfefferter Butter-Preis

LÜNEN Gestern kostete die Butter bei Edeka Brüggemann in Alstedde noch 79 Cent. Ab heute sind 1,19 Euro für die 250 Gramm-Packung fällig. Die angekündigte drastische Preiserhöhung für Milchprodukte, sie kommt jetzt beim Kunden an.

von Von Karl-Heinz Knepper, Beate Rottgradt, Thomas Sc

, 31.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wir geben die Preiserhöhungen ab 1. August in dem Maße an die Kunden weiter, wie es von Edeka vorgegeben wird", erklärte Inhaberin Elke Brüggemann.

"Wir geben die Preiserhöhungen ab 1. August in dem Maße an die Kunden weiter, wie es von Edeka vorgegeben wird", erklärte Inhaberin Elke Brüggemann.

Tatsächlich hätten sich schon am Montag Kunden mit Hamsterkäufen auf die Teuerungen eingestellt: "Da wurden zum Beispiel auf einen Schlag zehn Päckchen Butter gehortet", so Elke Brüggemann.

Ärger erwartet

Sie rechnet damit, dass sie ab heute den Ärger der Kunden zu spüren bekommen wird: "Die Leute lassen hier im Laden Luft ab, ich kann sie ja sogar verstehen."

Der Edeka-Markt in Alstedde steht nicht allein. Auch anderswo wird erhöht. Vor allem bei Milch und Butter. "Keiner wird sich entziehen können. Unser Lieferant belastet mein Konto ab heute mit höheren Preisen", sagt Heiko Bonnermann (Frischmarkt im Lippezentrum). Um "mehrere zehn Cent" werde die Butter teurer.

Da Molkerei-Produkte schon immer sehr knapp kalkuliert gewesen seien, sieht er keine Alternative, als die Erhöhung an die Kunden weiter zu geben: "Ich weiß nicht, wo das Geld bleibt, bei mir bleibt es nicht. Mein Spielraum liegt bei 1 bis 3 Prozent. Das ist so gut wie nichts."

Konkurrenzkampf

Der Konkurrenzkampf im Lebensmittel-Einzelhandel ist hart, gerade in Lünen. Die Stadt sei übersättigt mit Lebensmittelmärkten, meint Bonnermann, zumal nach der Kaufland-Eröffnung. "Kaufland ist der Hammer, für mich und für alle anderen."

Hamsterkäufe von Verbrauchern angesichts der drohenden Preiserhöhung hat Dominique Hübner von Rewe Hübner an der Cappenberger Straße noch nicht beobachtet: "Butter haben viele immer schon bei Sonderangeboten im Voraus gekauft, das ist aber nicht mehr geworden." Butter könne man ja auch einfrieren, andere Molkereiprodukte jedoch nicht. "Manche Kunden sind sehr preissensibel, aber die Mehrheit wird wohl gar nicht merken, wenn ein Jogurt beispielsweise vier Cent teurer wird", vermutet Dominique Hübner.

Einfluss auf die Preise könne sie gar nicht nehmen: "Wir beziehen die Molkereiprodukte von Bubi, einer Tochter von Rewe Dortmund. Da wird uns die Preisgestaltung vorgegeben."

Wenn Aldi anfängt...

Milch sei schon vor drei Wochen um sechs Cent teurer geworden, erklärte Jörg Patzer vom Edeka-Markt an der Kamener Straße. Auch bei ihm gab es noch keine Hamsterkäufe. Er vermutet echte Preiserhöhungen, "wenn Aldi anfängt, dann beginnen alle anderen nachzuziehen." Auch Patzer kann die Preise nicht selbst festlegen: "Die kommen von der Zentrale in Moers und wenn der Einkaufspreis steigt, müssen wir das auch weitergeben."

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