Gescheiterte Schenkung: SPD gibt Fehler zu

Stiftung für Haus Opherdicke

Zieht die SPD nach der gescheiterten Millionen-Schenkung für Haus Opherdicke Konsequenzen? Gibt es eine Wiederwahl für Brigitte Cziehso? Bleibt sie Fraktionsvorsitzende im Kreis Unna? Darüber haben die SPD-Politiker jetzt abgestimmt - und Fehler zugegeben. Abgeschlossen ist das Thema für die Partei damit aber noch nicht.

KREIS UNNA

, 17.01.2017, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gescheiterte Schenkung: SPD gibt Fehler zu

Rund um das Haus Opherdicke soll ein Skulpturenpark entstehen.

Letzten Endes bleibt Brigitte Cziehso (63) aus Lünen Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag in Unna. Routinemäßig, wie die Genossen es am Dienstag in ihrem Newsletter behaupteten, war die turnusmäßige Bestätigung der Vorsitzenden aber offensichtlich nicht: Noch am selben Abend hatte die Fraktion eine Pressemitteilung verschickt, in der sie erstmals öffentlich Fehler bei der Behandlung des Themas Haus Opherdicke und der geplatzten Friesendorf-Stiftung einräumte.

Bisher hatte sich Cziehso geweigert, eigene Fehler zuzugeben. Nun schreibt jedoch die SPD, dass sie „sowohl die Eilbedürftigkeit des Vorhabens als auch die besondere Sensibilität des gesamten Vorgangs falsch eingeschätzt hat“. Das sei ein Fehler gewesen, für den sich die SPD-Fraktion noch gesondert gegenüber den Stiftern entschuldigen werde.

Unwahrscheinlich, dass diese Entschuldigung die Stifter noch umstimmen wird. Die Millionen für eine Haus-Opherdicke-Stiftung sind futsch, das Image des Kreises stark beschädigt – das weiß auch die SPD, für die das Thema „nicht abgeschlossen“ ist, wie es weiter heißt: „Die Fraktion wird die Vorgänge in den kommenden Wochen auf Vorschlag der zuvor wiedergewählten Fraktionsvorsitzenden Brigitte Cziehso gemeinsam mit der Verwaltung im Detail aufbereiten, um daraus zu lernen und künftig ähnliche Fehler zu vermeiden.“

Cziehso erhielt 18 von 27 Stimmen

Die Wiederwahl Cziehsos gelang mit 18 Ja-Stimmen von 27 anwesenden Mitgliedern. Fünf stimmten mit Nein, zwei enthielten sich, zwei weitere nahmen laut Medienberichten nicht an der Abstimmung teil.

Auch die Stellvertreter erhielten am Montagabend kein einstimmiges Votum: Norbert Enters bekam 24 Ja- und 3 Nein-Stimmen, Hartmut Ganzke 19 Ja- und 1 Nein-Stimme sowie 6 Enthaltungen. Zusätzlicher Vize ist Jens Schmülling (17 Ja-, 5 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen).

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