Vor dem Amtsgericht war ein 22-jähriger Lüner verblüffend ehrlich. © Goldstein (A)
Gerichtsprozess

Gestohlenen PC unter Wert verkauft – und im Knast gelandet

Um ihre Drogensucht zu finanzieren, stahlen zwei Männer einen teuren Computer aus einem Elektronikgeschäft in Lünen. Dafür landeten sie schließlich vor Gericht - ein Angeklagter muss in Haft.

Gemeinsam mit einem gesondert verfolgten Kumpel stahl ein 49-Jähriger in einem Lüner Geschäft einen Computer. Das Duo versilberte seine Beute und investierte das Geld in Drogen. Vor Gericht holte ihn die Tat aus 2019 nun ein.

Die Freunde schlugen Ende 2019 in der Lüner Filiale eines Elektrofachmarktes zu, ließen einen PC im Wert von fast 2700 Euro verschwinden und wurden im Nachgang als Täter identifiziert. Der gemeinschaftliche Diebstahl bescherte dem Mann mit etlichen Vorstrafen, der derzeit eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt, ein weiteres Strafverfahren.

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht ließ er jetzt seinen Verteidiger für sich reden. Der gab an, dass die Tat in vollem Umfang eingeräumt werde und dass es stimme, dass die Männer ein Team gebildet hätten. Den geklauten Computer hätten sie für 500 Euro verkauft, den Betrag geteilt und davon Drogen gekauft. Der Vertreter der Anklage brachte es mit zwei Worten auf den Punkt: „Typische Beschaffungskriminalität.“

Am Ende standen der nicht unerhebliche Schaden und die Vorstrafen dem offenen Geständnis und der Sucht gegenüber. Der Angeklagte wurde zu einem weiteren Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Allerdings kann die Verbüßung dieser Strafe zugunsten einer Drogen-Therapie zurückgestellt werden.

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