Grillen im Seepark Horstmar weiterhin erlaubt - dank dünner Mehrheit im Rat

Nach Diskussionen

Im Seepark Horstmar darf weiter gegrillt werden. Auch im Rat konnte sich die Verwaltung mit einem testweisen Grillverbot für 2019 nicht durchsetzen. Es gibt aber andere Maßnahmen.

Horstmar

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Grillen im Seepark Horstmar weiterhin erlaubt - dank dünner Mehrheit im Rat

Der Seepark ist beliebt als Freizeitoase. Anwohner fühlen sich dadurch gestört. Doch nach einer Abstimmung im Rat soll Grillen weiter erlaubt sein. © Neubauer (A)

Die GFL hatte das Thema in einem Eilantrag auf die Tagesordnung des Rates am Donnerstag (11.4.) gehoben. Dabei war bereits im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung die Entscheidung mit einer Stimme Mehrheit gefallen: Das absolute Grillverbot wurde aus dem Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit im Park gestrichen. Das Votum am Donnerstag im Rat war ähnlich: Drei Stimmen mehr ermöglichen weiterhin Grillen im Seepark. Bei den Grünen und der FDP war das Meinungsbild unterschiedlich.

Regelung grundsätzlicher Art

Dass das Thema im Rat noch einmal auf die Tagesordnung sollte, begründete die GFL damit, dass es um eine Regelung von grundsätzlicher Art gehe, die auch keinen Aufschub dulde. „Die Saison startet demnächst, wir müssen handeln“, so Prof. Johannes Hofnagel (GFL). Er sah sich bestärkt von der Stimmung während einer Bürgerversammlung in Horstmar, wo sich Anwohner über Probleme beschwerten.

Die anderen Fraktionen nahmen den Eilantrag an. Hofnagel hätte das Thema gerne weiter vorne auf der Tagesordnung gesehen, als noch viele Zuschauer da waren. Doch es landete am Ende.

SPD sieht Probleme im Parkdruck

„Wir verkennen nicht, dass es im und um den Seepark Probleme, gibt, die teilweise auf dem Rücken der Anlieger ausgetragen werden“, erläutert Rüdiger Billeb (SPD). Doch die Ursachen sieht er nicht beim Grillen, sondern eher im „Anliegerverkehr“ am Baukelweg und in steigendem Parkdruck. „Wir erwarten kontrollierte Zufahrten zum Seepark und konsequentes Ahnden von verkehrswidrig abgestellten Autos.“ Zur nächsten Sitzung, so die SPD in einem ergänzenden Antrag, soll die Verwaltung dazu ein Konzept vorlegen. Außerdem gebe es bereits ein Grillverbot, was die Parkordnung mit einer zeitlich befristeten Ausnahme für definierte Flächen regele. Das müsse nur konsequent durchgesetzt werden.

500 bis 700 auf der Grillwiese

Genau da sieht Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen, das Problem. Plötzlich den Besuchern zu sagen: „Jetzt müsst ihr aufhören zu grillen, ist faktisch unmöglich.“ Die Verwaltungsvorlage spricht an heißen Sommertagen von 5000 bis 7000 Seeparknutzern, davon 5 bis 10 Prozent auf der Grillwiese.

Annette Droege-Middel (CDU) vermisst in der Verwaltungsvorlage ebenfalls Sanktionen. Sie sieht ein Problem auch in den Zuständigkeiten der unterschiedlichen Abteilungen Stadtgrün und der Ordnungsbehörde.

Namentliche Abstimmung

Am Ende stimmten die Politiker über einen Fünf-Punkte-Katalog für den Seepark ab: Die GFL beantragte namentliche Abstimmung über das Grillverbot. Drei Grüne stimmten dagegen, einer dafür. Auch bei der FPD gab es zwei unterschiedliche Auffassungen. Letztlich gab es 23 Nein- und 20 Ja-Stimmen.

Durchgefallen bei der Abstimmung ist auch das von der GFL beantragte Verbot von motorbetriebenen Modellbooten auf dem Horstmarer See. Eine Mehrheit fand die Verbesserung der Toilettensituation und der Beleuchtung sowie der Auftrag an die Verwaltung, Maßnahmen zu Abwehr von Gefahren für die öffentliche Ordnung zu ergreifen.

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