„Mama, bei Dir brennt‘s“: So erlebten Betroffene den Großbrand in der Luisenhüttenstraße

rnFeuer Luisenhüttenstraße

Es ist für alle schlimm, deren Zuhause das Feuer am Donnerstagabend in der Luisenhüttenstraße zerstörte oder beschädigte. Manche Bewohner hatten mit speziellen Umständen zu kämpfen.

Lünen

, 27.07.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau 25 Wohnungen hat das Haus in der Luisenhüttenstraße 20. Am Donnerstagabend brannte dort der Dachstuhl. In einer davon wohnt Jacek Parzych mit seiner Familie - in der ersten Etage. Er hat mitgeholfen am Donnerstagabend, dass alle heil aus den Wohnungen kommen.

Auch er hat keine körperlichen Blessuren davon getragen, und hatte doch auch eine besondere Sorge: Auf seinem Balkon lebt sein Kanarienvogel in seinem Käfig. auch jetzt, nach dem Feuer. Das Tier war nie weg. Und: Es geht dem Vogel gut. „Der ist gut versorgt, Wasser, Futter, alles da“, sagt Parzych.

Es gibt sie, diese ganz speziellen Aspekte in solch’ besonderen Situationen: Es sollten neue Möbel her für einen der Mieter. Also wurden die alten Sachen ausgeräumt, verpackt, und auf dem Dachboden zwischengelagert. Doch bis zum Feuer wurden die neuen Möbel leider nicht geliefert. Folglich lagen die Sachen noch immer auf dem Dachboden. Jetzt nicht mehr - ein Opfer der Flammen. Hätten sie im Wohnzimmer gelegen wie viele Jahre zuvor, es wäre nichts passiert.

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Der Kampf der Lüner Feuerwehr gegen die Flammen an der Luisenhüttenstraße

Es war ein großer, aber sicher nicht der größte Einsatz für die Feuerwehr in den letzten Jahren. Aber es war dennoch einer der schwierigsten: Bei Temperaturen etwas unter 40 Grad rückte die Feuerwehr am Donnerstagabend zum Dachstuhlbrand an der Luisenhüttenstraße aus.
26.07.2019
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Lichtloh brennt der Dachstuhl© Widawski
Die Feuerwehr bei der Arbeit. © Sreenshot /VN24.NRW
Erschöpfte Feuerwehrleute: Anwohner spendeten etwas zu trinken. © Sreenshot /VN24.NRW
Es war ein großer Einsatz: Bis zu 90 Feuerwehrleute waren gleichzeitig im Einsatz© Sreenshot /VN24.NRW
Es war ein großer Einsatz für die Feuerwehr. Bis zu 90 Einsatzkräfte waren vor Ort.© Sreenshot /VN24.NRW
Großeinsatz für die Feuerwehr. © Sreenshot /VN24.NRW
Großeinsatz für die Feuerwehr. © Sreenshot /VN24.NRW
Die Feuerwehr bei der Arbeit. © Sreenshot /VN24.NRW
Großeinsatz für die Feuerwehr. © Sreenshot /VN24.NRW
Großeinsatz für die Feuerwehr. © Sreenshot /VN24.NRW
Großeinsatz für die Feuerwehr. © Sreenshot /VN24.NRW
Die Dachstühle sind komplett abgebrannt. © Günther Goldstein

Schöner Abend ist abrupt beendet

Silvia Schmitt ist seine Nachbarin aus Haus Nummer 22. Im Gegensatz zu Parzych hat sie das Feuer nicht direkt miterlebt. „Ich war mit Freunden essen“, erzählt sie. „Ich habe gar nichts mitbekommen“. Sie genoss einen schönen Abend - aber nur solange, bis ihr Handy klingelte. Am anderen Ende der Leitung: ihr Sohn. Er hat von dem Feuer im Netz gelesen. Seine präzise Botschaft: „Mama, bei Dir brennt‘s“. Silvia Schmitt schwingt sich auf ihr Rad, ruft dem Wirt noch schnell zu „Ich zahl‘ morgen“ - und ist weg.

Nach wenigen Stunden geht es zurück in die Wohnung

Als sie in der Luisenhüttenstraße ankommt, stehen dank des umsichtigen Handenls von Bewohnern und Anliegern schon alle auf der Straße: „Man hat mich schon vermisst“, erzählt sie. Nachbarn hatten befürchtet, dass sie vielleicht doch noch in ihrer Wohnung sein könnte. Man habe sich sehr gefreut, sie wohlbehalten zu sehen.

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Komplizierter Einsatz beim Dachstuhlbrand

Sie lobt die tatkräftige Unterstützung aller vor Ort. Sie selbst habe beim Kiosk in der Nähe Wasser kaufen wollen. „Man gab mir ein Six-Pack umsonst“ erzählt sie. „Hauptsache, ihr seid alle gesund“, habe man ihr am Kiosk gesagt.

Nach wenigen Stunden kann Silvia Schmitt im Gegensatz zu ihrem Nachbarn aus Haus Nummer 20 wieder zurück in ihre Wohnung. „Ich war um 1.30 Uhr im Bett“, sagt Silvia Schmitt.

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