Großflächige Rodungen auf Viktoria-Brache Sechs Wochen lang fallen die Bäume

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Auf der Victoria-Brache werden für sechs Wochen Bäume gefällt.
Auf der Victoria-Brache werden für sechs Wochen Bäume gefällt. © Günther Goldstein
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Bereits Anfang dieses Jahres rollten schwere Maschinen an, um auf der Viktoria-Brache viele Sträucher und Sämlinge sowie einige Birken und Ahorn-Bäume zu fällen. Insgesamt werden 10,4 Hektar für die geplante Reaktivierung des ehemaligen Zechen- und Kokereigeländes als moderner Landschaftspark neu aufgeforstet. In einem weiteren Bauabschnitt am zukünftigen Forensikstandort wird es auf 3,5 Hektar zu großflächigen Rodungen kommen.

Nun stehen ab Montag, 28. November, die nächsten Baumfällungen auf dem Plan. Diesmal sollen die Bäume gefällt werden, welche auf dem mit Schadstoffen kontaminierten Boden wachsen, wie die Stadt Lünen in einer Pressemitteilung erklärt. Die Arbeiten würden rund sechs Wochen andauern. Ein genaues Ende sei in diesem Fall schwierig abzusehen, da das Roden der Bäume von der Witterung abhängt. Es ist aber geplant, die Fällungen im Januar 2023 abzuschließen.

Die Wurzeln und der Unterwuchs bleiben bei den aktuell anstehenden Rodungen zunächst erhalten und werden erst im Rahmen der anschließenden Sanierung entfernt. Dann erfolgt laut der Stadt Lünen die Übererdung mit unbelastetem Boden.

Zutritt zum Gelände verboten

Der Zutritt zum gesamten Gelände des ehemaligen Zechen- und Kokereistandortes ist aufgrund der Altlasten im Untergrund grundsätzlich verboten. Um auf das hohe Risiko durch den Großmaschineneinsatz im Rahmen der Fällarbeiten hinzuweisen, werden an den Randbereichen und auf dem Gelände Bauzäune aufgestellt, an denen Banner auf die Gefahren des unbefugten Betretens aufmerksam machen. Darüber hinaus schützen Sicherheitsposten die Baustelle, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Lünen weiter.

So soll die Viktoria-Brache zur IGA 2027 aussehen.
So soll die Viktoria-Brache zur IGA 2027 aussehen. © Stadt Lünen

Es stehen in Zukunft bis zum Start der IGA 2027 noch viele weitere Arbeiten auf der Viktoria-Brache an. Im Ostteil der Fläche wird bald ein vier Hektar großer Bereich als Schutzzone für Vögel, insbesondere die Bodenbrüter Baumpieper und Heidelerche, gesichert. Dann starten die Arbeiten zur Herstellung der Baustraße und des Brückenbaus im kommenden Jahr.

Im Anschluss können laut der Stadt Lünen ab 2024 die Sanierung des Geländes und die Herstellung des Landschaftsparks sowie der Bau der forensischen Klinik starten. Darüber hinaus soll der Erwerb der Flächen für den Landschaftspark durch die Stadt Lünen von den jetzigen Eigentümern, der Gesellschaft für Vermögensverwaltung und RAG Montanimmobilien, erfolgen.

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Weitere Informationen zu dem Bauvorhaben und Hintergrundinformationen zu dem Thema Rodungen und Altlastensanierung gibt es unter https://www.luenen.de/iga-2027.