Grubenwehrhaus auf Victoria-Brache: Stadt sucht Ersatzquartier für Treffpunkt in Lünen

rnForensik-Pläne

Das von der Grubenwehrvereinigung gepflegte und von vielen Lüner Institutionen genutzte Grubenwehrhaus auf der RWE-Fläche der Victoria-Brache ist bald Geschichte. Noch fehlt eine Alternative.

Lünen

, 11.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tage des Grubenwehrhauses auf der RWE-Fläche der Victoria-Brache sind gezählt. Das hängt nicht zuletzt mit dem sich abzeichnenden Bau der vom Land NRW geplanten Forensik auf diesem Teil der Brache zusammen.

Die Lösung der Standortfrage für die Maßregelvollzugsklinik des Landes ist absehbar, aber noch nicht abschließend geklärt“, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Dienstag (10.3.) auf Anfrage unserer Redaktion.

Wie Spangardt weiter sagte, gebe es aktuell sehr enge Abstimmungen mit dem Flächeneigentümer bezüglich der Sanierung und Herrichtung der Fläche:

„Dies betrifft nicht nur den von der Stadt präferierten Forensik-Standort, sondern auch das übrige Gelände und damit auch den Standort Grubenwehrheim.“

Flächeneigentümer ist die Gesellschaft für Vermögensverwaltung (GfV, Essen), eine Tochterfirma des RWE-Konzerns.

Noch kein Umzugs- oder Abrisstermin

Auf die Frage, ob es schon einen Abriss- oder Umzugstermin für das Grubenwehrheim gibt, antwortete Spangardt:

„Da es derzeit noch keine belastbare Zeitplanung für die Sanierung und Gestaltung der Fläche Viktoria gibt und auch die Frage des Quartierstreffs (...) nicht abschließend geklärt ist, sind Abriss oder Umzug (zurzeit) nicht die Themen.“

Bei dem von Spangardt genannten Quartierstreff (Stadtteiltreff) handelt es sich um einen noch zu findenden Anlaufpunkt für die Zeit nach dem Verschwinden des Grubenwehrheims.

Eine Idee dazu findet sich schon in dem von der Stadt Lünen in Auftrag gegebenen „Masterplan Grün“ aus dem Jahre 2018. Der Masterplan ist wiederum Teil des Förderprojektes „StadtGartenQuartier“, das die städtebauliche Entwicklung des Bereichs Münsterstraße zum Gegenstand hat.

Dieser Plan beinhaltet auch die südliche Bebauung des Viktoriaplatzes im Zuge der städtebaulichen Entwicklung der Viktoriabrache. Dort, so ein Gedanke, könnte auch ein entsprechender Treff als Ausgleich für das wegfallende Grubenwehrhaus entstehen.

Das Haus wurde in den Jahren 1979/80 von Mitgliedern der Grubenwehr des Bergwerks Victoria I/II gebaut. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurde das Haus dann ständig erweitert und das Grundstück von der Grubenwehrvereinigung Victoria e.V. Lünen liebevoll gehegt und gepflegt.

Auf der Fläche nur geduldet

Dazu treffen sich die Mitglieder einmal die Woche. Wohlwissend, dass sie auf dem Grundstück „nur geduldet“ sind und früher oder später die Fläche räumen müssen. Wobei sie genau aus diesem Grund in den vergangenen Jahren auf kostspielige Investitionen verzichtet haben.

Derweil halten die Verantwortlichen im Lüner Rathaus an ihrer Aussage gegenüber unserer Redaktion aus dem Jahr 2016 fest:

„Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des integrierten Handlungskonzepts Münsterstraße ist die Bedeutung der Einrichtung (das Grubenwehrheim, Anm. d. Red.) als Treffpunkt für Vereine und Gruppen aus dem Quartier deutlich geworden. Insofern ist es Ziel der Planungen, auch künftig für derartige Nutzungsinteressen ein adäquates Angebot zu haben.“ Dies könne, hieß es damals bei der Stadt, aber „auch an anderer Stelle im Quartier oder auf der Victoriabrache sein.“ Diese Aussage steht heute noch.

Verschiedene Gespräche geplant

Stadtsprecher Spangardt sagte Dienstag dazu:

„Mit dem Quartiersmanagement des StadtGartenQuartiers wurde im Zuge der Jahresplanung ein Fahrplan für die Bedarfsanalyse der Nutzerinteressen für einen multifunktionalen Quartierstreff abgestimmt. Es sind Gespräche mit verschiedenen Gruppen zu ihren bürgerschaftlichen Aktivitäten geplant, unter anderem auch Ende April mit der Grubenwehrvereinigung.“

Bei der Grubenwehrvereinigung war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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