Hausräumung in der Diesterwegstraße: Können die Anwohner bald zurück in ihr Zuhause?

rnGeräumtes Haus

Nachdem das Haus in der Diesterwegstraße Ende Februar dieses Jahres aufgrund von Brandschutzmängeln geräumt werden musste, scheint sich nun etwas in der Immobilie zu tun.

von Antonia Gutzmann

Brambauer

, 07.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ging alles ganz schnell am 28. Februar: Nach Beschwerden von Anwohnern und mehreren Einsätzen von Ordnungskräften und Polizei schauten sich die Mitarbeiter des Bauordnungsamtes unter anderem das Haus in der Diesterwegstraße 33 im Ortsteil Brambauer an.

Am gleichen Tag wurde das Gebäude geräumt. Am frühen Abend mussten die 25 anwesenden Personen evakuiert werden. Dafür waren 40 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter auch ein Dolmetscher, da nicht alle Bewohner des Hauses der deutschen Sprache mächtig waren.

Betroffene zahlen Gebühren statt Miete

Einige kamen bei Verwandten oder Freunden unter, die anderen 15 nahmen das von der Stadt zur Verfügung gestellte Quartier in einer Lüner Schule in Anspruch. Davon wohnen heute vier noch immer in dieser Unterkunft.

Was diese Unterbringung die Stadt am Ende kosten wird, konnte Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage unserer Redaktion nicht sagen. Allerdings zahlen die Untergebrachten auch für die Notunterkunft an die Stadt: Pro Quadratmeter Nutzfläche fallen hier Gebühren von 18,13 Euro an. Dafür sparen sie sich natürlich die Miete im Haus an der Diesterwegstraße 33.

„Unfachmännisch verlegte Stromleitungen und behelfsmäßige Anschlüsse“

Im Vorfeld der Räumung war von „gravierenden Brandschutzmängeln“ die Rede gewesen. Ein Betroffener hatte später gegenüber unserer Redaktion erklärt, dass es wohl Probleme mit Elektrizität und Gas gegeben hätte. Benedikt Spangardt präzisierte später: „Unfachmännisch verlegte Stromleitungen und behelfsmäßige Anschlüsse haben zu der Gefahrenbeurteilung geführt.“

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte Spangardt nun mit, dass in dem Haus im Augenblick - fachmännische - Elektroinstallationsarbeiten stattfänden, die laut Besitzer in sechs Wochen abgeschlossen sein sollen. „Wenn die Arbeiten beendet sind, muss ein Sachverständiger die Installationen prüfen und bescheinigen, dass alles in Ordnung ist“, so Spangardt.

Nicht das einzige Gebäude unter Beobachtung

Erst wenn die Bescheinigung vorliegt, könne das Gebäude aus bauordnungsrechtlicher Sicht wieder genutzt werden. In der Vergangenheit hatten viele Betroffene erklärt, in das Haus zurückkehren zu wollen.

Ob sie das tatsächlich auch tun, ist allerdings unklar, da einige mittlerweile neue Unterkünfte gefunden haben - weil unter anderem nicht absehbar war, wann das Haus saniert wird.

Die Diesterwegstraße 33 war damals nicht das einzige Gebäude, dass die Stadt unter die Lupe genommen hat. In den anderen Immobilien habe jedoch kein Handlungsbedarf bestanden, wie die Überprüfung ergab.

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