Hip Hop gegen Drogen: FSGler rappen mit Keith Powell

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Schüler des FSG aus Lünen haben mit Rapper Keith Powell jr. einen eigenen Rap-Song aufgenommen. Sie wollen damit ein Zeichen gegen Drogen setzen. Ein Video von der Aufnahme gibt es hier.

Lünen

, 25.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Letzte Prüfung der Pegel in der Schulaula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums (FSG). „Sing noch mal deine höchste Stelle.“ Lena nimmt das Mikrofon und singt kurz an. Hoch und klar. Kurz darauf das Signal von Keith Powell jr. „Perfekt“. Es kann losgehen.

Letzte Gespräche zwischen den Schülern verstummen, für einen Moment wird die Stille fast greifbar. Dann der Einsatz. Lena und Henrike singen, begleitet am Piano von Musiklehrer Thomas Fischer: „Was soll das denn? Lass den Scheiß. Das Zeug ist für dich doch viel zu heiß.“

Es ist der Refrain des Rap-Songs, den die beiden Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 zusammen mit sieben Mitschülern geschrieben haben. Gerappt wird die Geschichte eines Jungen, der sich aus Verzweiflung dem Drogenkonsum hingibt, obwohl er weiß, dass das falsch ist.

Unterstützung von Dortmunder Rapper

„Man soll sich damit identifizieren können“, sagt Franca (17), die ebenfalls an dem Kooperationsprojekt von FSG und Suchthilfe im Kreis Unna teilnimmt. Die Gegenstimme kommt gewissermaßen aus dem Off. Es ist der Refrain, den Lena und Henrike gerade eingesungen haben.

Hip Hop gegen Drogen: FSGler rappen mit Keith Powell

Lena und Henrike singen den Refrain des Songs „Lass den Scheiß" in der Schulaula des FSG ein. Hip Hop Dozent Keith Powell begleitet das Projekt als Produzent. © Matthias Stachelhaus

Schon während der Aufnahme spielt Musiker und Hip Hop Dozent Keith Powell den Schülern die Aufnahmen immer wieder vor. Zunächst gibt es darauf gemischte Reaktionen. Lena und Henrike schlagen die Hände vor die Gesichter. Die eigene Stimme als Aufnahme zu hören ist komisch, irgendwie unangenehm. Mohammed und Mikail wird es später zunächst ähnlich gehen. Die beiden Zehntklässler steuern den Sprechgesang der Strophen von „Lass den Scheiß“ bei.

Schulorchester steuert Streichermusik bei

Je öfter Powell die Aufnahmen an die jungen Künstler zurück spiegelt, die passenden Beats dazu unterlegt, die Stimmen mit Klangeffekten noch besser in Szene setzt, als sie ohnehin schon sind, desto mehr bekommen alle Anwesenden ein Gefühl für den Song.

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Unterstützt werden die Sänger aber nicht nur digital. Das Schulorchester unter Leitung von Abel Varga steuert Streichermusik bei. Kein einfaches Unterfangen, weiß Julius (17). „Die Tonart ist für Streicher ziemlich anspruchsvoll.“

„Bei Prävention geht es um den Menschen“

Ziel der modernen Umsetzung von Suchtprävention ist es, den Teilnehmern mehr mitzugeben, als nur das Wissen um die Gefahr von Drogenkonsum. „Der entscheidenden Faktor in der Prävention ist der Mensch“, sagt Matthias Hundt, der das Projekt für die Suchthilfe Unna leitet. Zusammen mit den Teilnehmern hat er zum Auftakt des Projekts Drogenprobleme thematisiert. Den Song schrieben die Schüler im Anschluss. Den Drogenabhängigen dabei in den Fokus zu rücken war ihre Idee. Das Ergebnis des Projekts der Gemeinschaftsinitiative „Sucht hat immer eine Geschichte“ vom Land NRW soll bald auch im Internet abrufbar sein.

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