Hoch hinaus am „Tag des offenen Denkmals“ in der Martin-Luther-Kirche

rnTurm- und Kirchenführung

Die Martin-Luther-Kirche als eine „starke Burg“ für die Gemeinde und ebenso prägendes Gebäude für Brambauer stand am Sonntag (13.9.) im Mittelpunkt am „Tag des offenen Denkmals“.

Brambauer

, 14.09.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch in Corona-Zeiten fanden Angebote am „Tag des offenen Denkmals“ Resonanz. Die Martin-Luther-Kirche in Brambauer stand dabei Interessenten offen. Baukirchmeister Gerd Oldenburg lud zur Turmführung ein. Stadtführerin Ursel Rudolph übernahm am Nachmittag die Führung durch das evangelische Gotteshaus.

Verschiedene Stilelemente

Der erste Spatenstich für die mittlerweile denkmalgeschützte Kirche erfolgte im Oktober 1907, am 4. Juli 1909 war dann die Kirchweihe. Stilistisch nicht sicher einzuordnen werden Elemente der Neoromantik, Neogotik sowie Elemente des Jugendstils miteinander vereint. Im Zweiten Weltkrieg kam die Kirche nicht schadlos davon. Zwei Jahre nach Kriegsende wurde das Leben der evangelischen Gemeinde wieder aufgenommen. Umfangreiche Sanierungen gab es dann 1969 und 2010.

„Ich möchte mir heute mal alles von Innen anschauen. Für mich ist die Kirche ein schönes und interessantes Gebäude hier in Brambauer“, meinte Simon Adrian während der Turmführung.

Köpfe von Martin Luther und Philipp Melanchton

Nach dem Aufstieg über die steile Wendeltreppe im hinteren Kirchenbereich wartete als erster Blickfang auf der Empore die Orgel auf die Besucher. Aber auch die sogenannten „Köpfe“ des Reformators und Namensgebers der Kirche, Martin Luther und seines Zeitgenossen, des Reformators Philipp Melanchton, waren sehenswert. Ein paar Stufen höher faszinierte die alte mechanische Kirchenuhr, die noch bis 2006 in Betrieb war.

Baukirchmeister Gerd Oldenburg (l.) lud Sabine Dittmar, Simon Adrian sowie das Ehepaar Elke und Wolfgang Schmitz (v.l.) zur Turmbesichtigung in die Martin-Luther-Kirche Brambauer ein.

Baukirchmeister Gerd Oldenburg (l.) lud Sabine Dittmar, Simon Adrian sowie das Ehepaar Elke und Wolfgang Schmitz (v.l.) zur Turmbesichtigung in die Martin-Luther-Kirche Brambauer ein. © Foto: Michael Blandowski

Wer festes Schuhwerk trug, schwindelfrei war und über ausreichend Standfestigkeit verfügte, wagte den Weg nach oben bis in die Kirchturmspitze.

Kurz davor gab es für die Besucher einen Blick auf die drei großen Gussstahlglocken.

Seit der Kirchweihe vor über 100 Jahren sorgen die Glocken für das typische Geläut. Lediglich der abgängige Stahlglockenstuhl wurde vor acht Jahren erneuert.

Mehr Veranstaltungen denkbar

„Ich wünsche mir, dass die Sanierung der Süd-West-Seite, in Folge eines Wasserschadens schnell vonstatten geht Darüber hinaus kann ich mir für den Innenbereich auch mehr vorstellen, als nur Gottesdienste zu feiern. Mit unserer Aktion ,Kirche beflügelt` sind wir da auf einem guten Weg“, so Baukirchmeister Gerd Oldenburg.

Wer sich nicht so hoch hinaus wagen wollte, entschied sich für den angebotenen und lohnenswerten Kirchenrundgang. Im Innenbereich drehte sich (fast) alles um das Kreuz.

Für Kirchenführerin Sylvia König war das Taufbecken ein echter Blickfang.

Für Kirchenführerin Sylvia König war das Taufbecken ein echter Blickfang. © Michael Blandowski

Bereits im Eingangsbereich beziehungsweise vor der Treppe empfing ein aus Steinen gelegtes Kreuz die Besucher. Die flankierenden Kreuze in den beiden Seitenschiffen waren ebenso sehenswert wie die Taufkerzen neben, das Holzkreuz über dem Altar, oder die „Stille Ecke“ links als ruhender Pol. Allesamt Orte, um Gottes Segen zu empfangen.

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