Homeoffice im Hotelzimmer: Hotel An der Persiluhr bietet Rückzugsort

rnCorona-Krise

Die Idee ist so einfach, wie genial: Wer im Homeoffice dem heimischen Trubel entgehen will, kann sich im Hotel An der Persiluhr einmieten. Wie nutzen die Lüner das Angebot?

Lünen

, 27.04.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise setzt den Hotels und der Gastronomie zu. Im Hotel An der Persiluhr bietet Carola Deinhart-Auferoth Einzelzimmer für Interessierte an, die in Ruhe im Homeoffice arbeiten wollen - ohne, dass zuhause die kleinen Kinder stören. Einzelzimmer mit Internetzugang und eigener Toilette stehen in dem Hotel an der Münsterstraße 25-27 zur Verfügung.

Seit durch die Corona-Krise Tagungen und Konferenzen ausfallen, Geschäftsleute fernbleiben und auch Touristen nicht mehr kommen dürfen, ist die Situation ernst. Anfang Mai hatte sich ein Kammerorchester aus Ingolstadt eingebucht, die Tour ist auf September verschoben. Eine Pilgergruppe mit zehn Leuten wollte sich für ein Wochenende einquartieren: abgesagt. Übernachtungsgäste von Familienfeiern und Hochzeiten fehlen. Von Gründonnerstag bis Freitag (24.4.) sei nichts gelaufen, berichtet Carola Deinhart-Auferoth frustriert. Davor waren zwei Gäste zwei Tage da. Damit könne man nichts reißen: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht.“

Eine Woche für 180 Euro

Hotels unterliegen strengen Auflagen. Die Besucherzahl sei auf 30 Gäste limitiert. Ihre Idee, Homeoffice im Hotel anzubieten, könnte in der schwierigen Situation helfen. Ein Tag kostet 50 Euro, eine Woche 180 Euro. Doch bisher gab es keine Resonanz. „Vielleicht ist Lünen zu ländlich strukturiert“, vermutet Carola Deinhart-Auferoth, fügt aber hinzu, dass solch ein Angebot auch in Großstädten wohl nur spärlich genutzt werde. Arbeiten im Hotel? Diese Vorstellung hat sich anscheinend noch nicht durchgesetzt. Dabei seien die Reaktionen durchaus positiv. „Viele sagen, super Idee. Das war´s dann aber auch schon“, schildert sie.

Jetzt lesen

Für alle sechs Beschäftigten inklusive Chefin hat Daniela Deinhart-Auferoth Kurzarbeit angemeldet. Die Soforthilfe sei zwar innerhalb von drei Tagen da gewesen, „aber die soll für drei Monate reichen und langfristig nutzt es nichts. Die Kosten laufen ja weiter“, berichtet sie. Die Mitarbeiter beschäftigten sich zurzeit mit Putzen, die Stimmung sei gedrückt. „Ich möchte auch niemanden entlassen. Noch im Februar habe ich jemanden eingestellt.“ Sie brauche außerdem ihre Mannschaft, wenn es wieder losgehe. Dann muss die Arbeit bewältigt werden können.

Momentan schieße sie eigenes Geld in den Betrieb. „Was anderes bleibt mir ja nicht übrig.“ Carola Deinhart-Auferoth ist pragmatisch: „Wir können nichts ändern.“ Vielleicht finden sich ja doch noch Firmenmitarbeiter, die einen Rückzugsort suchen - im Hotel An der Persiluhr gibt es ihn.

Lesen Sie jetzt