Horror-Metzger, Hexen und Zombies im Brambauer Wohngebiet

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Unheimlicher Halloweenspaß in Brambauer: Familie Hahn eröffnet ihr Grusel-Labyrinth. Kinderkram ist das nicht: Selbst Erwachsenen rutscht beim Gang durch den Garten das Herz in die Hose.

Lünen, Brambauer

, 25.10.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachbarn von Familie Hahn am Kelmbach hören seit Tagen leidende Schreie und Geister-Stimmen aus dem Garten. Sie nehmen es gelassen und geben gar konstruktive Kritik, wie man den Hinterhof noch dämonischer gestalten könnte. Seit Jahren ist die Familie Hahn halloweenverrückt und rüstet die Deko von Jahr zu Jahr auf. In diesem Jahr fielen Urlaube flach und die Familie hatte dadurch Zeit und Geld, ein Horrorlabyrinth aufzubauen, das sogar Erwachsene zum Fürchten bringt. Dagegen ist der Name des Projektes, „Grusel-Gewusel“, richtig kinderfreundlich.

Alle vier Kinder und sogar die Großeltern packen bei dem Projekt mit an. Nur 5 Minuten dauert der Gang durch das Horror-Labyrinth. Der Aufbau hingegen dauerte hunderte Stunden, erzählt Vater Carsten Hahn: „Das Aufstellen der Bauzäune und Befestigen der Planen hat allein rund vier Tage gedauert. Auch die Deko braucht einige Tage.“ Seit Anfang des Monats werkelt die Familie an dem Grusel-Labyrinth. Vier Stunden vor Eröffnung ist die Garage, das „Portal in die Geisterwelt“, noch immer eine kleine Baustelle.

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Brambauer Garten kommt ins Fernsehn

Nicht nur unsere Zeitung, sondern auch der WDR wurde auf die Familie aus Brambauer aufmerksam. Der Beitrag über das Brambauer „Grusel Gewusel“ wird am 30. Oktober in der Dortmunder Lokalzeit gesendet. Trotz aller Vorfreude hofft Carsten Hahn, dass vor allem an Halloween der Andrang überschaubar bleibt. „Die Coronaregeln müssen eingehalten werden, deshalb fassen unsere Darsteller niemanden an, es gibt Desinfektionsspender und Datenerfassungsformulare und ein Einweisungsvideo am Eingang“, erklärt er. „Ideal wäre, wenn so viele kämen, dass die Darsteller nicht Däumchen drehen, aber wenig genug, damit die Schlange vor der Garage noch kontrollierbar bleibt“.

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Gruselgewusel Brambauer

Familie Hahn aus Brambauer ist Halloweenverrückt: Von Jahr zu Jahr wird ihre Halloweendeko größer und ausgefallener. An den Wochenenden öffnen sie ab 18 Uhr ihren Garten für horrorfreudige Besucher, am Halloweenabend (31.10.) ab 17 Uhr. Neun Monster-Darsteller sind im Grusellabyrinth unterwegs, um die Gäste zu erschrecken. Eine Gruselgeschichte führt durch den Garten der Hahns.
24.10.2020
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Von außen ist das Gruselhaus der Hahns bereits gut zu erkennen. Da das Haus an einem Wendehammer liegt (Am Kelmbach 20), ist dort viel Platz für die Wartenden. Die Nachbarn stehen hinter dem Projekt der Hahns - da gibt es nur konstruktive Kritik. In diesem Jahr stehen Desinfektionsspender und Datenerfassungsformulare bereit, um das Corona-Risiko gering zu halten. © Sylva Witzig
Auffällige Dekoelemente wie diesen riesige schaurigen Kürbismann bestellen die Hahns aus Amerika. Dort wird Halloween deutlich größer gefeiert als hierzulande. Günstig war die Einrichtung des Labyrinthes nicht - das Gruselgewusel in Brambauer soll jedoch auch in den kommenden Jahren stattfinden, sodass sich die Investition lohnt. © Sylva WItzig
Gegen Ende des Labyrinthes wartet dieser nette Herr auf dem elektrischen Stuhl. Betätigt man eine versteckte Bodenplatte, fängt die Puppe an, schaurig zu schreien und sich auf dem Stuhl zu winden. Das ist selbst für Erwachsene ein kleiner Schockmoment. Natürlich braucht die interaktive Deko Strom: Rund 40 Akkus leeren sich laut des Familienvaters an einem Abend. © Denise Felsch
In der Mitte des Labyrinthes wartet der Metzger auf Frischfleisch. In seinem Bereich sind allerlei Plastik-Körperteile drappiert. Den Job des Metzgers übernimmt Dennis Hahn (22). Er ist der Schmink-Beauftragte der Familie und kennt sich auch mit der Technik aus. Ideen für die Gestaltung des Labyrinthes steuert die ganze Familie bei: Selbst die Großeltern helfen mit.© Sylva Witzig
Auf ihrer Facebookseite bedankt sich die Familie Hahn für den tollen Auftakt-Abend am 23. Oktober. Auch der WDR war vor Ort - der Beitrag wird am 30.10. in der Dortmunder Lokalzeit ausgestrahlt. Metzger "Jack" konnte einige Besucher erschrecken. Da hat sich die lange Arbeit gelohnt: Alleine vier Tage dauerte es, die Bauzäune und Planen im Garten aufzubauen.© Hahn
In der Garage ist der Bildschirm für die neun Videokameras, die im Labyrinth verteilt sind. So wird sichergestellt, dass es den Gästen und Darstellern gut geht. Außerdem sind die Darsteller per Funk verbunden. Wenn dann beispielsweise ängstliche Menschen ins Labyrinth kommen, können die anderen Darsteller vorgewarnt werden, etwas sanfter mit ihnen umzugehen.© Sylva Witzig
Sind die Gäste durch das Portal in der Garage in die Gruselwelt getreten, landen sie im Bereich der Hexe und des verrückten Professors, die in die Geschichte einführen. In der Hexenküche gibt es allerlei Gruseldeko, aber auch nicht zu viel: "Wir wollen es nicht übertreiben und völlig überladen", sagt Dennis Hahn. Deshalb wird nicht der gesamte Deko-Fundus verwendet.© Sylva Witzig
Der Tod darf in einem Grusellabyrinth natürlich nicht fehlen. Mehrere tausend Euro hat die Deko und Technik für das Labyrinth gekostet. Zudem gibt es eine Genehmigung vom Ordnungsamt und eine Veranstalter-Versicherung für den Fall der Fälle. "Die Nachbarn haben uns da gute Tipps gegeben, was alles zu beachten ist", sagt Familienvater Carsten Hahn. © Denise Felsch
Ein Opfer des Metzgers. © Sylva WItzig
Auf dem Trampolin in der Mitte des Labyrinthes liegt eine Leiche, die von den Darstellern in der Dunkelheit bewegt werden kann. © Denise Felsch
Der Rundgang durch das Labyrinth beginnt ganz kinderfreundlich: Neonfarbene Geister und Spinnenweben hängen von der Decke. © Denise Felsch

Mehrere tausend Euro kosteten Deko und Technik. Auch der Strom will bezahlt werden: Etwa 40 Akkus leeren sich im Laufe eines Abends, schätzt Carsten Hahn. Manche Dekoteile hat sich die Familie aus Amerika einfliegen lassen, weil hierzulande das Angebot begrenzt sei. Nun, da das spukige Labyrinth nach wochenlanger Planung und Aufbauarbeit Gestalt annimmt, ist Familie Hahn mächtig stolz auf sich.

Durchs Portal in die Horrorwelt

Durch ein Laser-Portal steigen die Gäste in die Hahnsche Horrorwelt ein. Begrüßt werden sie von dem verrückten Wissenschaftler, der das Portal erschaffen hat, und einer Hexe, die Kröten in einem atmosphärisch dampfenden Topf kocht. Dort beginnt die Reise durch das Labyrinth: Sind es im ersten Raum noch niedliche Neon-Geister, die von der Decke hängen, wird es Schritt für Schritt immer unheimlicher.

Der "Arbeitsplatz" des Horror-Metzgers im Grusellabyrinth.

Der "Arbeitsplatz" des Horror-Metzgers im Grusellabyrinth. © Sylva Witzig

Leichen, die sich bewegen, Darsteller, die aus dunklen Ecken springen, ein Mann auf dem elektrischen Stuhl, der sich qualvoll schreiend windet und der Arbeitsplatz des Horror-Metzgers Jack, der nach Frischfleisch trachtet und für allerlei abgetrennte Körperteile und Schädel verantwortlich ist, sorgen dafür, dass auch Erwachsenen der Appetit vergeht. Sprechende Spiegel, der Sensemann und atmosphärische Licht- und Soundeffekte runden das Bild ab.

Videoüberwachung und Funkverbindung

Damit alles glatt läuft, ist das Team aus neun Monster-Darstellern per Funk verbunden. So können auch Erschreck-Aktionen auf die Stimmung der Gäste angepasst werden. Neun Videokameras filmen das Geschehen im Labyrinth, sodass schnell reagiert werden kann, wenn sich beispielsweise jemand verletzt. „Es kann ja schnell mal passieren, dass ein Gast unseren Darstellern im Affekt einen mit dem Ellbogen verpasst, weil er sich erschreckt.“

Nicht nur vor menschlichen Monster-Darstellern können sich die Gäste erschrecken, sondern auch von allerlei Dekoobjekten.

Nicht nur vor menschlichen Monster-Darstellern können sich die Gäste erschrecken, sondern auch von allerlei Dekoobjekten. © Denise Felsch

Geöffnet hat das Grusel-Gewusel am 24.,25. und 30.10. ab 18 Uhr und am Halloween-Samstag (31. Oktober) ab 17 Uhr. Der Showact, die „Wallfahrer“, der die wartende Meute an jenem Tag unterhalten sollten, haben jedoch ihren Auftritt auf das kommende Jahr verschoben.

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