"Ich habe meinen Traum verwirklicht"

Lüner in den USA: Laura Bowman

Es begann mit einem Au-Pair-Aufenthalt nach dem Abi. Danach ließen die Staaten Laura Bowman nicht mehr los. Im Interview erzählt sie von ihrer neuen Heimat und wie sie dort ihre große Liebe, ihren Ehemann Ryan kennen lernte.

LÜNEN

04.11.2016 / Lesedauer: 4 min

Wieso haben Sie sich für die USA entschieden? Ich hatte schon immer von einem Aufenthalt in den USA geträumt. Für mich war daher klar, dass ich nach dem Abi ein Jahr Pause vor dem Studium machen und in die USA gehen würde. Ich habe mich für einen Au Pair-Aufenthalt entschieden. Meine erste Au Pair-Familie war in Philadelphia. Nach einigen Wochen habe ich die Gastfamilie gewechselt und bin in einem Vorort von Atlanta (Peachtree City) gelandet. Meine Gastfamilie war sehr nett und ich habe mich mit den beiden Töchtern sehr gut verstanden. Leider brauchte die Familie nach einigen Monaten kein Au Pair mehr, und ich war erneut auf der Suche nach einer Gastfamilie. Das klappte nicht. Meine Zeit in den USA, besonders in Atlanta, hat mich jedoch sehr beeindruckt. Durch eine amerikanische Freundin hatte ich vom Rotary Stipendium gehört.

Wie kam es dazu, dass Sie ganz in den Staaten leben wollten? Während meines Auslandsstudiums stand für mich immer mehr fest, dass ich in den USA leben will. Anfangs hatte ich noch keine Pläne, auszuwandern. Doch während meines Studiums hat mich das Land so sehr beeindruckt, dass ich später geblieben bin. Die freundliche Südstaaten-Kultur, das warme Wetter, die endlosen Möglichkeiten und der „American Dream“ haben mich überzeugt. Während meines Auslandsstudiums kam ich mit meinem Ehemann zusammen und diese Beziehung hat mich natürlich weiter darin bestärkt, einen Weg zu finden, in den USA zu leben und das tue ich jetzt seit sechs Jahren.

Erzählen Sie etwas über Ihre neue Heimat... Ich wohne in Atlanta, einer Großstadt mit sieben Millionen Einwohnern. Atlanta ist die inoffizielle Hauptstadt der Südstaaten und liegt im Bundesstaat Georgia – über Florida, neben Alabama. Unser Klima ist subtropisch: milde Winter und heiße Sommer. Letzten Herbst haben mein Mann und ich ein Haus in Atlanta gekauft, wir wohnen in einer zentralen Nachbarschaft mit vielen guten Restaurants und Geschäften.

Wie haben Sie Ihren Mann Ryan kennengelernt? Ryan und ich haben uns durch gemeinsame Freunde auf einer Florida-Reise vor sieben Jahren getroffen. Ein Jahr später waren wir beide zufällig bei gemeinsamen Freunden in Frankreich, um Silvester zu feiern. Unsere Freundschaft begann und wir sind zusammen um die Welt gereist. Während meines Auslandsjahres in Georgia kamen wir zusammen. Im Spätsommer 2014 hat Ryan mir einen Heiratsantrag im Piedmont Park am See vor der Skyline gemacht. Im Mai 2015 haben wir in Hilton Head, einer Insel an der Atlantikküste, geheiratet.

Was machen Sie beruflich in den USA? Ich arbeite seit zwei Jahren für UPS Capital (Finanz- und Versicherungsfirma von UPS) im Marketing – für die USA aber auch Europa und bin daher fast täglich mit meinen Kollegen in Neuss in Kontakt. Meine Deutschkenntnisse sind da sehr hilfreich und gefragt.

Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen dem Leben in Lünen und in den Staaten? Ich lebe hier mittlerweile so lange, dass das schwer zu beantworten ist, aber einige große Unterschiede sehe ich in der Kultur der USA und in der Lebensweise. Hier muss man fast überall mit dem Auto hin. In Lünen hatte ich kein Auto. Jeden Morgen stehe ich auf einer achtspurigen Autobahn, mit Blick auf die Skyline, im Stau. Small Talk und Freundlichkeit zu allen ist hier sehr wichtig, auf der Straße sagt man immer „Hello, how are you?“ und man ist allgemein offener gegenüber seinen Mitmenschen.

Haben Sie den Schritt in die „große weite Welt“ je bereut? Nein, ich habe meinen Traum verwirklicht. Das war nicht immer einfach und oft harte Arbeit, aber ich bin sehr dankbar und glücklich über mein jetziges Leben in den USA.

Wie ist der Kontakt zu alten Schulfreunden, Bekannten, Familie, etc? Mein Kontakt mit meiner Familie ist sehr gut, meine Eltern kommen zweimal im Jahr zu Besuch und ich fliege zweimal im Jahr nach Lünen. Meine Eltern haben mich sehr unterstützt und ich bin dafür sehr dankbar. Wir skypen alle paar Tage. Mein Bruder hat mich mehrfach besucht und sich nun entschieden, sein Studium in den USA weiterzuführen. Diesen Herbst beginnt er sein Geowissenschaften-Studium an meiner alten Uni in Carrollton. Der Kontakt mit alten Schulfreunden ist sporadisch, manchmal treffen wir uns, wenn ich in Lünen bin. Mit einigen Studienfreunden hab ich guten Kontakt über die sozialen Netzwerke.

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