Ideen für Neubau der Realschule Altlünen: Warum auch das Gymnasium profitieren könnte

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Dreieinhalb Jahre wird es geschätzt dauern, bis der geplante Neubau der Realschule Altlünen steht. Ob er gebaut wird, entscheiden bald die Politiker. Auch das Gymnasium könnte profitieren.

Nordlünen

, 20.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eineinhalb Jahre Planungsphase und dann rund zwei Jahre Bauzeit - so lange wird es dauern, bis die Realschule Altlünen ein neues, modernes Gebäude bekommt. Das erklärte am Mittwochabend im Ausschuss für Bildung und Sport die Bochumer Architektin Cornelia Neubürger.

Sie hatte zuvor die Schulbauberatung für einen Neuanfang der mittlerweile 50 Jahre alten Realschule vorgestellt. Seit Januar 2019 lief dieses Beteiligungsverfahren, an dem Lehrer, Schüler, Eltern und weitere Nutzer aus dem Stadtteil teilnahmen und ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen äußerten.

Klar ist - die Schule soll deutlich mehr Raum bekommen als derzeit zur Verfügung steht. Beispielsweise besuchen immer zwischen 180 und 200 der insgesamt 580 Schüler die Cafeteria, die für diesen Andrang aber zu klein ist.

Schulgebäude ist nicht barrierefrei

Zudem ist das aktuelle Schulgebäude nicht barrierefrei. Deshalb gibt es zwar 18 Inklusionsschüler, aber keinen Rollstuhlfahrer darunter. „Man bräuchte zwei Aufzüge, um die Schule barrierefrei zu machen“, so die Architektin.

Bislang stehen Schülern und Lehrern 3300 Quadratmeter zur Verfügung, laut Raumprogramm sollen es künftig 4935 Quadratmeter sein, also etwa 50 Prozent mehr.

Dass das derzeitige Gebäude erhalten bleibt, sieht die Architektin nicht: „Es gibt derzeit keine Aula, keine Barrierefreiheit und einen Sanierungsstau. Es wäre ein sehr großer Aufwand, wenn man den Baukörper erhalten wollte.“

Insgesamt soll in Zukunft eine Nutzfläche von 6560 Quadratmetern für die Realschule zur Verfügung stehen, inklusive neuer Sporthalle, Toilettenanlage und Lager.

Das Lehrer-Raum-Prinzip, bei dem die Schüler je nach Fach die Klassenräume wechseln, bleibt - so der Wunsch aus der Schule - erhalten. Es sollen 24 Klassen plus zehn Fachräume entstehen.

Angedacht wurde bei den Workshops ein Raum der Stille für alle Religionen, der auch Rückzugsort in schulischen Krisenfällen sein soll. Die Musikschule wünscht sich eine Bühne in einer neuen Aula und auch die Volkshochschule hat Bedarf an Unterrichts- und Fachräumen - zu Zeiten, in denen sie nicht von der Schule benötigt werden.

Alle externen Nutzer sprachen sich zudem für sichere und beleuchtete Wege aus, um in den Abendstunden ohne Probleme zur Realschule und wieder weg zu kommen.

Hoffnung des Gymnasiums auf den „Neubau“ von 1999

Im Außenbereich sollen ein neuer Schulhof gebaut und auch Schulgarten und grünes Klassenzimmer, die es beide schon gibt, wieder realisiert werden. Natürlich, so die Architektin, müsse man auch an die Fahrradstellplätze denken.

Sehr wahrscheinlich wird es nötig, während der Bauphase den Schulhof und die Sportflächen des benachbarten Altlüner Gymnasiums mit zu nutzen.

Reiner Hohl, Leiter des Gymnasiums, nutzte die Sitzung, um darum zu bitten, den so genannten „Neubau“ von 1999 zwischen den beiden Schulen, ganz dem Gymnasium zuzuschlagen. Bislang nutzen beide Schulen die Räume.

Denn auch dem Gymnasium fehlt Raum. „Wir haben aktuell einen Fehlbedarf von 275 Quadratmetern“, so Hohl. Von 34 Räumen hätten 28 nicht die erforderlichen 70 Quadratmeter Fläche, 18 davon sind sogar nur 47 Quadratmeter groß.

Entscheidung fällt am 10. Oktober

Den Raumbedarf des Gymnasiums habe man bereits registriert, so Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung. Man werde den mittelfristigen Bedarf in die Vorlage für den 10. Oktober aufnehmen.

An diesem Tag gibt es eine gemeinsame Sitzung des Betriebsausschusses Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) und des Ausschusses für Bildung und Sport. Sie werden darüber entscheiden, welchen Auftrag ZGL in Sachen Neubau Realschule Altlünen bekommt.

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