Illegal gefällte Bäume auf Halde in Brambauer - Mountainbiker sprechen von Sabotage

rnBikepark Brambauer

Entlang der Downhillstrecke auf der Halde in Brambauer wurden mehrere Bäume illegal gefällt. Die Radsportler sprechen von einem Sabotageakt. Es soll nicht der erste gewesen sein.

Brambauer

, 06.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbekannte haben am vergangenen Wochenende (29.2./1.3.) versucht, die Mountainbike-Abfahrt auf der Halde Tockhausen in Brambauer, eine sogenannte Downhillstrecke, zu sabotieren. So jedenfalls steht es in einem Beitrag des Bikeparks Brambauer auf seiner Facebook-Seite.

Mehrere Bäume im Startbereich der Strecke am Gipfel der Halde wurden zunächst gefällt. Den Spuren an den Baumstümpfen nach zu urteilen mit einer Axt. Mit den Stämme und Ästen sei versucht worden, die Downhill-Strecke zu blockieren. Wahrscheinliche Tatzeit: Zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmittag.

Gefällte Bäume sollten Strecke blockieren

Mehrere Äste und Stämme seien vor dem Eingangsbereich abgelegt worden, um diesen zu blockieren. Am Rand der Strecke selbst wurde ein weiterer Baum gefällt, augenscheinlich mit dem Ziel, die Strecke zu blockieren. Gelungen ist das nicht. Der Baum verfing sich beim Sturz in der Krone eines Nachbargehölzes und blieb direkt neben der Strecke liegen.

Für die Mountainbike-Sportler hieß es am Dienstagnachmittag: aufräumen. Der illegal gefällte Baum direkt neben der Downhillstrecke musste endgültig beiseite geschafft werden.

Für die Mountainbike-Sportler hieß es am Dienstagnachmittag: aufräumen. Der illegal gefällte Baum direkt neben der Downhillstrecke musste endgültig beiseite geschafft werden. © Matthias Stachelhaus

2008 wurde der Bikepark von der Arbeitslosen Initiative Lünen (AIL) gebaut. Seit 2009 kümmern sich die Radsportler selbst um die Anlage. Auf freiwilliger Basis. Grünschnittarbeiten übernimmt weiterhin die AIL. Unterstützung mit Material gab es bislang von der Abteilung Stadtgrün auf Anfrage.

Der Ärger der Mountainbike-Fahrer über den „Anschlag“ auf ihre Anlage am vergangenen Wochenende ist groß. Auch, weil die gefällten Bäume gesund gewesen seien. Das Fällen war offenbar illegal: Einen etwaigen Auftrag von der Stadt, die das Gelände besitzt, hat es nicht gegeben. Das bestätigt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage der Redaktion am Mittwoch (4.3.). Sollte eine verantwortliche Person gefunden werden, drohe ein Bußgeld.

Nagelbretter und Einbruch in Werkzeuglager

Es soll nicht die erste Sabotageaktion sein, die sich gezielt gegen die Radsportler richtet. „Man hat auch schonmal Nagelbretter auf der Downhillstrecke ausgelegt“, sagt der junge Mann, der sich auf die Anfrage der Redaktion beim Bikepark Brambauer zurückmeldet. Seinen Namen möchte er hier aus persönlichen Gründen nicht lesen, gehört aber zum Team der Freiwilligen, die sich um den Bikepark kümmern.

Die Downhillstrecke wird regelmäßig von Radsportlern benutzt. Viele Spuren auf dem Waldboden belegen das.

Die Downhillstrecke wird regelmäßig von Radsportlern benutzt. Viele Spuren auf dem Waldboden belegen das. © Stachelhaus

2015 seien zudem der Überseecontainer des Bikeparks aufgebrochen worden. Hier lagern Werkzeuge, die die freiwilligen Helfern zu Wartungs- und Bauarbeiten an der Downhillstrecke und dem Bikepark am Fuße der Halde lagern.

„Die Diebe hatten wohl vermutet, dass dort Fahrräder zu holen sind. Die stellen wir gelegentlich dort ab, wenn wir vor Ort sind“, so die Vermutung zum Grund des Einbruchs.

Die Diebe fanden aber nur Schubkarren und Schaufeln, die sie trotzdem mitgehen ließen. Ob aus Wut darüber, nichts Wertvolleres zu finden, oder um den Mountainbikern eins auszuwischen, ist bis heute unklar.

Fehlende Hinweisschilder und Gegenverkehr

Schwierig ist auch der Kreuzungsverkehr an der Downhillstrecke, wie aus den Kommentaren auf der Facebook-Seite des Bikeparks hervorgeht. An zwei Stellen kreuzen sich die Wege von Radsportlern und Spaziergängern. Schilder gibt es keine.

Auch auf der engen Abfahrtsstrecke selbst soll es immer wieder zu Begegnungen zwischen Spaziergängern, vornehmlich mit Hunden, und Mountainbikern kommen.

Fußgängerweg und Downhillstrecke an der Halde kreuzen sich zweimal. Hinweisschilder gibt es bisher nicht.

Fußgängerweg und Downhillstrecke an der Halde kreuzen sich zweimal. Hinweisschilder gibt es bisher nicht. © Stachelhaus

Ob die Fußgänger nicht wissen, dass auf dem trampelpfadähnlichen Weg Gegenverkehr durch Mountainbiker zu erwarten ist oder sie diese Tatsache schlicht ignorieren, ist unklar.

Klar ist hingegen: Die Downhillstrecke wird regelmäßig genutzt. Viele Radspuren auf dem Waldweg deuten darauf hin. Schätzungsweise zehn Biker am Tag sollen es sein.

Hinweisschilder auf die Downhillstrecke dürften die Biker durchaus selbst aufstellen, sagt Spangardt dazu. Der Stadt seien an dieser Stelle bisher keine Probleme bekannt. Bei Bedarf und auf Anfrage der Mountainbiker könne man das Aufstellen einer offiziellen Beschilderung allerdings prüfen.

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