Regisseur Ronny Trocker (Der menschliche Faktor) und die künstlerische Leiterin des Lüner Kinofests, Sonja Hofmann. © Günter Blaszczyk
Kinofest

Im Wettbewerb um die Lüdia geht es international zu in Lünen

International ging es am dritten Tag des Kinofestes zu. Regisseure aus Südtirol und der Schweiz und ein Schauspiel-Star aus Polen wetteiferten um die Gunst des Publikums im Lüdia-Wettbewerb.

Der dritte Kinofesttag stand im Zeichen der internationalen Produktionen. Im Wettbewerb um den Publikumspreis „Lüdia“ konkurrierten am Donnerstag (25.11.) Filme eines Südtiroler und Schweizer Regisseurs mit einem Film, in dem ein polnischer Schauspiel-Star eine Hauptrolle spielt.

Zwischenstopp in Lünen legte Regisseur Ronny Trocker ein – auf dem Weg von Italien in seine Wahlheimat Brüssel. Trocker stammt aus dem Südtiroler Kastelruth. Sein Film „Der menschliche Faktor“ lief in Lünen in Kooperation mit dem Partnerfestival aus Bozen.

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Kinofest Impressionen vom 3. Tag

Wahrscheinlich kommt der Film über Beziehungen in einer Familie in der ersten Jahreshälfte 2022 in die Kinos: „Wir warten auf eine Ansage vom Verleih“, so Trocker. Allerdings gebe es derzeit aufgrund der Pandemie einen Projektstau bei den Kinostarts.

Co-Produktion mit Dänemark

Die Dreharbeiten fanden in Hamburg und an der belgischen Küste statt. „Wir haben den Film im Dezember 2019 abgedreht, dann ab Jahresbeginn 2020 geschnitten.“ Da das Ganze eine Co-Produktion mit Dänemark ist, fand dort auch ein Teil der Postproduktion statt: „Wegen Corona haben wir ein paar Monate verloren, weil wir nicht einreisen durften.“

Premiere wurde online gefeiert – beim renommierten Sundance-Festival in den USA. Auch in Moskau wurde der Film schon in Kinos gezeigt. Die reale Premiere mit dem Regisseur fand dann im Sommer bei der vom Februar nach hinten verschobenen Berlinale statt.

In seinem Film geht es Trocker um Perspektiven, die auch in einer Familie ganz unterschiedlich sein können: „Dass man damit manchmal überfordert ist, ist für mich auch ein Zeitgefühl.“ Der Regisseur freut sich, in Lünen wieder die Reaktion des Publikums zu erleben: „Es gab zwar Kommentare im Netz, aber keine Diskussionen.“

„Monte Verita“

Aus der Schweiz kam Regisseur Stefan Jäger nach Lünen. Sein opulenter Film „Monte Verita“ hatte beim Locarno Filmfest Premiere – sowohl Open Air als auch in einem großen Saal. „Viele Schweizer kennen die Historie des Bergs und der Künstlerkolonie, die es dort einst gab, nicht. Ich hab sie durch die Arbeit der Drehbuchautorin kennen gelernt.“ In dem Film sind alle Figuren real – außer der Hauptprotagonistin.

Der Schweizer Regisseur Stefan Jäger stellte seinen Film
Der Schweizer Regisseur Stefan Jäger stellte seinen Film „Monte Verita“ beim Kinofest vor, auf Einladung von Sonja Hofmann. © Günter Blaszczyk © Günter Blaszczyk

Gedreht wurde von Ende August bis Anfang Oktober 2020 in mehreren Ländern. Das Ascona des Jahres 1906 wurde in Italien gedreht, denn das heutige Ascona ist viel zu mondän und erinnert nicht mehr an das frühere arme Fischerstädtchen. Den Anfang des Films drehte das Team zum Schluss in Wien.

„Das Ganze ist eine deutsch-österreichisch-schweizerische Co-Produktion. Die Herausforderung war, dass wir viel in der Natur gedreht haben. Es war eine sehr intensive und tolle Zeit,“ so Jäger. Eine der Hauptdarstellerinnen ist Hannah Herzsprung. In der Schweiz war der Film schon in den Kinos.

Voraussichtlich am 16. Dezember soll er in Deutschland und Österreich in die Filmtheater kommen. „Es hat sich der Urgroßneffe der Gründerin der Kolonie gemeldet, wir haben ihn zur Premiere nach Wien eingeladen.“

„Monday um Zehn“

Mit dem polnischen Schauspielstar Zbigniew Zamachowski arbeitete Regisseurin Mareille Klein für ihren Film „Monday um Zehn“, der im Sommer in München Open Air Premiere feierte. Wann er in die Kinos kommt, steht noch nicht fest.

Regisseurin Mareille Klein und Produzent Thomas Wöbke stellten ihren Film
Regisseurin Mareille Klein und Produzent Thomas Wöbke stellten ihren Film „Monday um Zehn“ am Donnerstag beim Kinofest vor. © Günter Blaszczyk © Günter Blaszczyk

2019 drehte die Regisseurin die Geschichte einer Frau, deren polnische Putzfrau sich von einem Landsmann vertreten lässt. Den polnischen Hauptdarsteller fand sie im Internet und holte dann eine polnische Casterin dazu. In Zürich und auf kleineren Festivals war der Film bereits zu sehen. Ihre Hauptdarstellerin Ulrike Willenbacher hat im letzten Projekt der Regisseurin eine Nebenrolle gespielt: „Mir war schon beim Schreiben klar, dass sie die Hauptrolle in ,Monday um Zehn` spielen soll.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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