Info-Treff zu Blei: Nur zwei Kleingärtner kamen

Veranstaltung schlecht besucht

Nach der Nachricht, dass der Bleigehalt im selbst angepflanzten Gemüse bestimmter Lüner Kleingärten weiter gesunken ist, wollen einige Kleingärtner direkt wieder Salate pflanzen. Am Montagmittag hielt die Bezirksregierung eine Info-Veranstaltung, zu der allerdings nur zwei Gäste kamen. Wie konnte das sein?

LÜNEN

, 12.07.2017, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Info-Treff zu Blei: Nur zwei Kleingärtner kamen

Im markierten Bereich gilt die Empfehlung, Blattgemüse aus Gärten nicht zu essen.

Über den zurückgegangenen Bleigehalt im Gemüse einiger Kleingärten in Lünen, in der Nähe des Stadthafens und Aurubis, erfuhren viele Bewohner aus der Zeitung, denn Einladungen zur Info-Veranstaltung wurden offensichtlich nicht verschickt.

Einer der zwei anwesenden Gäste war Horst Plettenberg, stellvertretender Vorsitzender des Kleingärtner-Bezirksverbands Lünen-Lüdinghausen-Selm. Dabei sei er persönlich nicht einmal eingeladen worden, erklärte er am Dienstag auf Anfrage. Ein Vereinsvorsitzender hatte ihn informiert.

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15 Lüner Kleingärtner-Vereine sind im Bezirksverband organisiert. „Da bin ich schon der Meinung, dass der Bezirksverband auch eingeladen werden müsste“, meint er. Dass die Werte von Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer und Zink sich weiter verbessert haben, freue ihn aber. Die Bezirksregierung empfiehlt trotz der besseren Werte, Blattgemüse aus den Gärten nicht zu essen – „aus Vorsorgegründen“, wie es hieß.

Informationen „sehr verklausuliert“

Dass für einen Montagmittag eingeladen wurde, kritisiert Manuela Begett, Vorsitzende des Kleingärtnervereins Buchenberg, dessen Gärten in der Vergangenheit immer betroffen waren. Das Gelände des Vereins liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadthafen und zu Aurubis. Beide standen im Verdacht, Verursacher der erhöhten Schadstoff-Werte zu sein. Einer der Messpunkte des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) befindet sich auch in einem Buchenberg-Garten.

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„Wer soll denn als Berufstätiger um 14 Uhr im Gesundheitshaus sein?“, fragt Begett. Dort hatte die Info-Veranstaltung stattgefunden. In den vergangenen Jahren seien die Informationen auf diesen Veranstaltungen „sehr verklausuliert“ wiedergegeben worden. Nicht beantwortet worden sei zum Beispiel die Frage, ob Beerenfrüchte noch gegessen werden könnten. Ein Sprecher der Bezirksregierung sagte dazu am Dienstag, dass der Verzehr von Beeren in der Regel nicht gefährlich sei. „Es dauert bei Beeren länger, bis sich dort Stoffe anreichern“, sagte er.

Kleingärtner entscheiden selbst 

In den 24 Gärten am Buchenberg hätten alle ihren eigenen Umgang mit dem Thema gefunden, erzählt Begett. Manche hätten Gewächshäuser gebaut, um die Luftbelastung gering zu halten. Andere verzichteten konsequent auf Gemüse, wieder andere nur auf Grünkohl, Salat und Spinat, wie das Lanuv es empfohlen hatte.

Ramona Müller, Schriftführerin des Kleingärtnervereins Buchenberg, hat für sich jetzt entschieden, wieder Grünkohl anzubauen. „Ich habe es gelesen und es freut mich, dass es nicht mehr so bedenklich ist“, sagte sie am Dienstag.

2014 dasselbe Problem

Bereits 2014 gab es Ärger beim Info-Termin: Das Land hatte offensichtlich keine Einladungen zur Info-Veranstaltung über die Belastung von Gartengemüse versandt. Das behaupteten jedenfalls der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kleingärtner Lünen/Lüdinghausen, Rolf Gesterkamp und der Vorsitzende der betroffenen Kleingartenanlage Buchenberg, Dirk Diekmann.

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