Initiativkreis fordert Mut zur Verantwortung

Forensik-Diskussion Lünen

Eine neue Richtung in der Forensik-Debatte schlägt ein Initiativkreis Lüner Bürger ein: „Mut zur Verantwortung“ nennen sie ihre Plattform. Damit wollen sie eine sachliche Diskussion über eine Ansiedlung einer Maßregelvollzugklinik für psychisch kranke Straftäter anstoßen und zum Dialog aufrufen.

LÜNEN

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 05.12.2012, 13:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dezember 2012: Winfried Moselewski mit den Initiatoren der Plattform "Mut zur Verantwortung" in der Diskussion um die Ansiedlung einer forensischen Klinik in Lünen.

Dezember 2012: Winfried Moselewski mit den Initiatoren der Plattform "Mut zur Verantwortung" in der Diskussion um die Ansiedlung einer forensischen Klinik in Lünen.

Hinter dem Initiativkreis stehen Vertreter der beiden Kirchen, wie auch Bürger. Die Plattform soll all jenen eine Stimme geben, die sich bisher in der teilweise aufgeheizten Stimmung zurückgehalten haben.

Die aber dennoch der Überzeugung sind, dass ein Maßregelvollzug mit Therapiemöglichkeit für psychische kranke Täter notwendig ist. „Wer das sagt, muss mit Anfeindungen rechnen. Daher schweigen viele“, so Winfried Moselewski, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lünen.  „Wir verstehen, dass das Thema Kriminalität und psychisch Kranke Angst macht“, sagt Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund-Lünen und Vertreter im Beirat der Forensik in Dortmund-Aplerbeck. Doch der Initiativkreis sehe in forensischen Kliniken „die Lösung, nicht das Problem“.

Der Maßregelvollzug gewährleiste eine fachlich Behandlung der Patienten, die sie im Gefängnis nicht bekämen. „Gute professionelle Therapie ist zugleich guter Opferschutz“, heißt es. Im Umfeld von forensischen Kliniken gebe es keine Erhöhung der Straftaten. „Wir wollen Informationen nach vorne bringen und den Menschen dafür eine Plattform bieten“, erklärt Moselewski. Gleichzeitig bittet der Initiativkreis um „Mut zur Verantwortung“.

Da es forensische Kliniken geben müsse, könne man in einem Land nicht mit dem Sankt-Florians-Prinzip, heißt es in dem Aufruf. Die Initiatoren setzen dabei voraus, dass der Standort Lünen vom Land nach Recht und Gesetz geprüft worden ist.  Doch nicht die Standortfrage soll Thema sein, sondern der Maßregelvollzug an sich. Daher ruft der Initiativkreis alle Bürger zum Dialog auf und lädt Interessierte zur Mitarbeit ein. „Wir sollten miteinander im Gespräch bleiben für die Zukunft unserer Stadt“, steht in dem Aufruf.

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