Integration fängt in den Herzen an

Europa-Union

Die europäische Integration kann nur gelingen, wenn sie vor Ort in den Köpfen und Herzen der Menschen stattfindet. Diese Position vertritt die Europa-Union, die am Samstag erstmals im Hansesaal ihre überparteiliche Landesversammlung abhielt. Dabei wurde deutlich, dass sich junge Menschen in Lünen mit dem Europagedanken beschäftigen und in Schulen durch Projekte mit Leben erfüllen.

LÜNEN

von Von Volker Beuckelmann

, 23.09.2012, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Höhepunkt der Landesversammlung der Europa-Union war die Ehrung der Gewinner des Schüler-Rhetorik-Wettbewerbes durch die Präsidentin des Landtags NRW, Carina Gödecke.

Höhepunkt der Landesversammlung der Europa-Union war die Ehrung der Gewinner des Schüler-Rhetorik-Wettbewerbes durch die Präsidentin des Landtags NRW, Carina Gödecke.

Aus Sicht von Politikern und Anhängern der europäischen Integration bleibe aber noch viel zu tun, da die Akzeptanz für Europa zusehends schwinde. „Deutschland darf nicht die Ursache für das Scheitern der Europäischen Union sein“, betonte die NRW-Landtagspräsidentin Corinna Gödecke (SPD) in ihrem Vortrag zum Thema „Die Rolle des Landtages Nordrhein-Westfalen im europäischen Integrationsprozess“. Gödecke, sie hatte am Samstag in Münster die Auszeichnung von Altkanzler Helmut Schmidt Mit dem Westfälischen Friedenspreis besucht, ging auf die Rede von Schmidt ein. Er habe gemahnt, dass die EU an den Deutschen scheitern könne und daran erinnert, dass Deutschland in der Nachkriegszeit ausländische Hilfe erfahren habe. „Ist es nicht eine verdammte Schuldigkeit, einen Teil davon wieder zurück zu geben?“, so Corinna Gödecke unter großem Applaus. Es handele sich nicht um eine Euro-Krise, sondern um eine Schulden-Krise, betonte die Landtagspräsidentin und ging auf die Bemessung der Schuldengrenze ein sowie auf die Bedeutung des Friedens und der Geschichte. „Wir sind mit dem Thema Föderalismus überhaupt noch nicht zu Ende“, so Gödecke, die sich für selbstbewusste starke Regionen, sprich starke Länderparlamente aussprach.

Zugleich betonte die Landtagspräsidentin, dass die europäische Integration nur gelingen könne, wenn Europa durch seine Bürger akzeptiert werde. Dazu bedürfe es Anstrengungen wie vermehrten Jugendaustausch oder Städtepartnerschaften. Leider schwinde die Akzeptanz, auch deshalb, weil manche Politiker und bestimmte Medien Ängste schüren würden. „Lünen ist auf dem Weg zu einer Europa aktiven Kommune“, sagte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick und wünschte sich, dass Europa in Lünen noch greifbarer und begreifbarer werden sollte. Konzertierte Aktionen, wie etwa der Rhetorikwettbewerb der Stadt Lünen und der Europa-Union zum Thema Europa (wir berichteten), könnten hilfreich sein. Ein positives Beispiel für den Europagedanken gaben die Gewinner des Rhetorikwettbewerbes ab, die eine Debatte zum Thema „Braucht Europa einen Fiskalpakt?“ präsentierten und mit Einkaufsgutscheinen sowie Applaus belohnt wurden. An die Spitze setzten sich Julius Goetsch und Julian Quabs (Gymnasium Altlünen) vor Lutz Lohmann und Tobias Kaim (Gymnasium Selm) sowie Karla Gerling und Lea Rethmann (Gymnasium Selm).

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