Mit betrügerischen Internetgeschäften verschaffte sich ein Lüner eine Einnahmequelle (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Amtsgericht

Internet-Geschäfte: 23-jähriger Lüner gab sich als sein Opa aus

Mit betrügerischen Internet-Geschäften verschaffte sich ein Lüner eine Einnahmequelle. Nicht zum ersten, vielleicht jedoch zum letzten Mal. Vor Gericht zeigte er Einsicht und nannte sein Motiv.

Mehrere Voreintragungen im Strafregister, darunter auch einschlägige, hatte der 23-jährige Lüner bereits gesammelt. Von neuen Taten konnte ihn das offensichtlich nicht abhalten. Über eBay bot er im Januar und März eine Vodaphone-Gigabox und eine Soundbox an, kassierte von den beiden Käufern knapp 300 Euro und dachte gar nicht daran, die Ware zu verschicken. Auch orderte er bereits Anfang 2020 bei einem Online-Shop Schuhe und Kleidung für rund 100 Euro, gab sich dabei als sein Großvater aus und hatte von Anfang an nicht vor, die Rechnung zu begleichen.

Betrug in drei Fällen wurde ihm daraufhin zur Last gelegt. Im September sollte die Sache bereits verhandelt werden, von dem jungen Mann fehlte allerdings jede Spur. Daraufhin wurde die polizeiliche Vorführung zum nächsten Termin angeordnet. Der sollte jetzt stattfinden. Beamte fuhren zur Anschrift des 23-Jährigen, trafen ihn nicht an, sprachen allerdings mit seiner Mutter. Die rief den Sohn an und der sagte zu, den Weg zum Gericht selbstständig anzutreten. Und tatsächlich erschien er – wenn auch mit einigen Minuten Verspätung.

Seine Taten räumte er umgehend ein, wollte sich jedoch zunächst nicht weiter dazu äußern. Die Richterin hakte behutsam nach. Es sei schon ein bisschen erstaunlich, weil sich die Fälle bei ihm seit 2018 häuften. „Es kann ja so nicht weitergehen. Sonst landen Sie, wenn das so weitergeht, irgendwann im Gefängnis.“ Vorsichtig fragte sie, ob es vielleicht einen Hintergrund gebe.

23-Jähriger brach sein Schweigen

Und nun brach der 23-Jährige sein Schweigen doch noch. Drogen konsumiere er nicht, er sei aber kaufsüchtig. Auch deutete er in dem Kontext die Spielsucht eines nahen Angehörigen an. Daraufhin regte die Richterin an, dass er sich professionelle Hilfe bei einer Beratungsstelle suchen solle, um daran zu arbeiten. „Sie kommen da nicht so leicht raus.“ Und was die Taten betreffe, solle er auch einmal an seine Opfer denken. Auch fragte sie, ob er die Sache mit seinem Opa geklärt habe. Das bejahte er. Dieser Punkt der Anklage wurde daraufhin eingestellt.

Strafregister sprach gegen ihn

Übrig blieben die beiden Betrugstaten zu Lasten der eBay-Kunden. Dabei sprach das Strafregister deutlich gegen den Angeklagten. Positiv wirkten sich indes sein Geständnis und die Tatsache aus, dass er sich erstmalig ein Stück öffnete und über Hintergründe sprach. Für ihn endete der Prozess mit vier Monaten Haft auf Bewährung und einer deutlichen Warnung vor neuen Straftaten.

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