Gespinstmotte: Raupen hüllen ganze Bäume ein - Bürger schlägt Alarm

rnIn der Mersch

Gruselige, in Gespinste eingehüllte Bäume - die hat ein Bürger in der Mersch entdeckt. Er schlug Alarm. Die Stadt klärt über das Phänomen auf.

Lünen

, 24.05.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eindrucksvoll und gruselig muten die betroffenen Bäume an der Merschstraße im Naturschutzgebiet an. Ein besorgter Bürger machte die Redaktion am Donnerstag, 23. Mai, auf die imposante Erscheinung aufmerksam. Seine Befürchtung war, dass es sich bei den Gespinsten in den Bäumen um den gefürchteten Eichenprozessionsspinner handele.

Dieser ist sowohl für Menschen als auch für Tiere gefährlich. Die Raupen haben Brennhaare, die bei Menschen Juckreiz auslösen können. Beim Einatmen der Härchen kann es außerdem zu Atembeschwerden kommen. Bei Hunden, die solche Raupen mit der Schnauze berühren oder die Raupen gar fressen, verursachen die Brennhaare Verätzungen. In einigen Fällen mussten Hunden nach Berührung mit den Tieren bereits Teile der Zunge entfernt werden.

Entwarnung der Stadt

Auf Anfrage bei der Stadt Lünen gab es jedoch Entwarnung. Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen, klärte auf: „Die Gespinste sind das Werk der Raupen der Gespinstmotte. Die Raupen umhüllen Baumkronen und Büsche mit dem Gespinst, um sich vor Fressfeinden und Regen zu schützen. Unter dem Gespinst fressen die Tiere die Blätter vom Gehölz.“

Die Tiere seien für Mensch und Tier harmlos, sodass die Stadt diese auch nicht bekämpfe. Die Bäume würden durch den Fraß der Raupen natürlich in gewissem Maße geschädigt, allerdings versicherte der Pressesprecher, sei das Ausmaß der Beschädigung nicht so groß, dass die Natur sich davon nicht erholen könne.

Gespinstmotte: Raupen hüllen ganze Bäume ein - Bürger schlägt Alarm

Gespinstmotten-Raupen in der Merschstraße legen einen gruseligen Schleier über die sonst grünen Bäume. © Schulz-Gahmen

Benedikt Spangardt hat sich genaustens mit den Unterschieden zwischen den beiden Raupen beschäftigt. Die Gespinstmotte sei gelb und habe schwarze Punkte. Der Eichenprozessionsspinner sei gräulich-schwarz und komplett mit Brennhaaren bedeckt. Er befalle lediglich Eichen.

Nester in der Größe eines Fußballes seien keine Seltenheit, wenn Bäume mit der gefährlichen Raupe befallen sind. Die Gespinstmotten-Raupen hingegen würden die ganze Pflanze befallen und sie komplett einhüllen. Auch sei sie weniger wählerisch in der Wahl ihrer Behausung als der Eichenprozessionsspinner: Die Gespinstmotten-Raupe befalle verschiedene Gehölze, beispielsweise Weiden, Pfaffenhut und andere Sträucher.

Auf Eichenprozessionsspinner vorbereitet

Die Zeit des Eichenprozessionsspinners sei erst in ein bis zwei Wochen. Aber auch darauf, so der Pressesprecher der Stadt Lünen, sei man vorbereitet. „In Kürze werden Baumkletterer mit riesigen ,Staubsaugern‘ ähnlich wie bei den ,Ghost-Busters‘ erst einmal an Kindergärten, Schulen und dann in Parks die giftigen Raupen wegsaugen“, so Benedikt Spangardt. Er rechne damit, dass die Eichenprozessionsspinner-Saison bis Ende Juni/Anfang Juli dauere.

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