Jetzt doch kein Burkini-Verbot in Lünen

Nach starker Kritik

Keine Burkinis im Freibad Cappenberger See und im Hallenbad Lippe Bad? Dieses Verbot in Lünen hat für mächtig Wirbel gesorgt. Nach wenigen Tagen rudern die Stadt Lünen und der Betreiber nun zurück: Frauen dürften auch im Burkini ins Becken. Man wolle niemanden ausgrenzen.

LÜNEN

, 02.09.2016, 13:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit Mitte August wiesen Schilder auf das Verbot von Ganzkörper-Badeanzügen hin. Die Bädergesellschaft Lünen - eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke - begründete das mit der Hygiene. Unter Ganzkörperbekleidungen wie Burkinis könnte Unterwäsche getragen werden. Zudem sei grundsätzlich nur "badübliche, den Geboten des Anstandes entsprechende Kleidung" erlaubt, hieß es.

Das Verbot hatte große Wellen geschlagen - nicht nur in Lünen. Nun rudern Stadt und Bädergesellschaft zurück. Nach vielen Gesprächen "mit unterschiedlichen Gruppen in Lünen" seien die Argumente der Verbots-Gegner "bei uns angekommen", so Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg.

"Gerade junge Mädchen sollen Schwimmen lernen"

"Uns ist daran gelegen, dass auch strenggläubige Frauen am Gemeinschaftsleben teilnehmen können", unterstreicht Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Der Vorsitzende des Stadtwerke-Aufsichtsrats, Hugo Becker, ergänzt: "Wir wünschen uns, dass gerade junge Mädchen das Schwimmen lernen können. Deshalb stellen wir zugunsten einer pragmatischen Lösung unsere Bedenken zurück."

Die Bedenken gegenüber Ganzkörper-Bekleidungen bleiben, wie es in der offiziellen Mitteilung der Stadtwerke Lünen heißt: Die Ganzkörper-Bekleidungen "können ein Hygiene-, vor allem aber ein Sicherheitsproblem mit sich bringen." Je mehr Kleidung jemand beim Baden trage, desto schwieriger sei es, diese Person aus dem Becken zu retten. "In solchen Fällen geht es um Sekunden."

Nicht nur Politiker und die Integrationsbeauftragte der Stadt Lünen hatten das Burkini-Verbot scharf kritisiert. Auch der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen war überrascht. Auch ein Burkini sei "übliche Badekleidung", da er aus dem gleichen Stoff hergestellt sei wie Badehosen oder Badeanzüge.

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